Was ist das denn? Ein Fachbuch. Aber ein gut geschriebenes. Und zwar über SF-Filme und SF-Theorie (auch in der Literatur). Das Buch hat mich schon eine Weile gereizt und nun habe ich es durch. Nun bin ich ja kein Filmwissenschaftler, aber das Werk ist sehr an die Literaturwissenschaft angelehnt, was es für mich äußert interessant macht. Besonders wichtig: Es ist verständlich geschrieben, es gibt wenig Fachwörter um einen Satz einfach mal aufzupolieren, die Beispiele sind gut gewählt und es liegt sogar eine DVD bei mit Beispielen zum Anschauen.
Nicht allen Punkten in der Theorie des Autors kann ich zustimmen, aber doch vielen. Hat Spaß gemacht das Buch zu lesen und das ist ja schon ein Wert an sich für ein Fachbuch.
Mein Prädikat: Lesenswert, nicht bloß für Studenten sondern auch für SF-Fans .
Simon Spiegel: Die Konstitution des Wunderbaren. Zu einer Poetik des Science-Fiction-Films.
Der Autor schreibt über das Buch (in einem Forum):
Worum geht es: Das Buch ist als Grundlagenwerk angelegt. Mein Ziel war es, den SF-Film möglichst umfassend zu beschreiben, und zwar in erster Linie als formal-ästhetisches Phänomen. Grundfrage war also weniger, was in den SF-Filmen erzählt wird, sondern wie das geschieht. Es geht also vor allem um formale, ästhetische und erzähltheoretische Aspekte, da diese bislang in der Literatur zum SF-Film massiv vernachlässigt wurden. Seltsamweise wurden viele grundlegende der SF-Literaturwissenschaft bislang kaum auf den Film übertragen. Ein grosser Teil meiner Arbeit war deshalb auch, zu schauen, inwieweit sich bestehende literaturtheoretische Konzepte auf den Film übertragen lassen.
Gleichzeitig versuche ich einen anderen Missstand zu beheben: Ein Grossteil der Forschung beschränkt sich auf eine kleine Anzahl von Filmen; immer wieder werden “2001″, “Alien” und “Blade Runner” analysiert, aber das Gros der Filme bleibt draussen. Ich untersuche dagegen ein Korpus von über 300 Filmen, darunter – ganz bewusst – auch viel Mittelmässiges und Minderwertiges.
Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil geht es um eine Charaktersierung der SF, also um Definition, Geschichte und “philosophischen Unterbau”. Nachdem der Gegenstand von drei Seiten eingegrenzt wurde, geht es im zweiten Teil dann um die Hauptsache: wie wird erzählt. Dabei beschäftige ich mich zuerst mit der Frage, wie Weltenkonstruktion und Erzählweise zusammenspielen, dann geht es ausführlich um Verfremdung in der SF, das Motiv der Grenzüberschreitung und zum Schluss um den Themenkreis Erhabenes und Spektakel.
Das Buch hat zwar klar einen wissenschaftlichen Anspruch – es ist als filmwissenschaftliche Dissertation entstanden -, sollte aber auch für interessierte Nicht-Akademiker gut lesbar sein. Zumindest war das mein erklärtes Ziel. Ein bisschen Ahnung von Film- und Erzähltheorie sollte man schon haben, aber ich habe mich immer um eine gut verständliche Sprache ohne unnötiges Fachchinesisch bemüht.
Über Reaktionen würde ich mich freuen.
(Forum)
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