Mit harten Bandagen – Amorbach gibt nach

Der Streit um das Gewerbegebiet Weilbach Süd ist entschieden.

Ich habe auf diesem Blog ja die Sache etwas verfolgt. So gibt es Beiträge zu den Baufortschritten (die auch fortgeführt werden) und die neuesten Gerüchte bzw. Neuigkeiten.

In diesem Rahmen gibt es heute einige Neuigkeiten. Themen dieses Beitrages: Amorbach gibt nach, Gerüchte um Arbeitsplatzvergabe, Bericht aus dem Weilbacher Gemeindeblatt, Termin für Bürgerfragestunde.

Die ‘Bote vom Untermain’ berichtet in ihrem Regionalteil über das Gewerbegebiet Süd. Ich zitiere im folgenden aus der Online-Ausgabe der Boten vom Untermain, 5. Mai 2007.

Rechtlich ist alles einwandfrei

CEPL-Logistikzentrum: Amorbach will nicht juristisch gegen Weilbach vorgehen.

Amorbach. Die Stadt Amorbach wird nicht rechtlich gegen das CEPL-Logistikzentrum im benachbarten Gewerbegebiet »Weilbach Süd« vorgehen. Entsprechende Schritte hätten keine Aussicht auf Erfolg, teilte Bürgermeister Peter Schmitt gestern in einer öffentlichen Erklärung mit. Allerdings will die Stadt das Vorhaben weiterhin kritisch begleiten.
[...]

Der Stadtrat habe sich stets gegen »störendes Gewerbe« vor den Toren Amorbachs ausgesprochen und sei von einer »Ansiedlung kleinteiliger, mittelständischer Gewerbebetriebe aus der Region« im Süden Weilbachs ausgegangen, betont Schmitt in der Erklärung.

Vom Bau des 23500 Quadratmeter großem Logistikzentrums fühlen sich die Amorbacher nun wie vor den Kopf gestoßen. Bürgermeister Schmitt kritisiert in seiner Mitteilung zum einen die Höhe des Gebäudes. Diese hätte laut Bebauungsplan nur 13 Meter betragen dürfen. Weil das Gelände des Standortes abschüssig ist, wurde eine fiktive Höhe als Ausgangspunkt für die Messungen gewählt, die teilweise über dem tatsächlichen Fußboden des künftigen Gebäudes liegt.

Ein »Kunstgriff«, moniert Schmitt: Dadurch könne das Gebäude, vom Fußboden an gemessen, 18 Meter hoch sein, ohne dass dadurch die Vorschriften verletzt würden. Die Stadt Amorbach sei darüber nicht informiert worden.

Zum anderen wendet sich der Bürgermeister gegen das Vorgehen der Weilbacher bei den Planungen des Projekts. Im August 2006, als Amorbach seine Grundstücke an Weilbach verkaufte, habe die Marktgemeinde das Vorhaben »bewusst, das heißt arglistig verschwiegen«.
[...]

Rechtlich gesehen steht Weilbach allerdings auf der sicheren Seite. Bei der Festsetzung des fiktiven Höhenbezugspunktes habe Amorbach nicht einbezogen werden müssen, weil dies keine negativen Auswirkungen auf die Planungshoheit der der Stadt gehabt hätte. Dafür liege das Logistikzentrum zu weit weg vom Wohngebiet Amorbach-West, teilt Schmitt mit. [...]

( Klammer [...] weist auf Auslassungen hin)

Soweit die Pressemeldungen vom 05.Mai 2007 aus der Boten vom Untermain. Hier zitiert aus dem Online-Service der Zeitung.

Es gibt weitere Neuigkeiten. Schon länger geht das Gerücht um, dass Bewerbungen von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Amorbach bei dem neu angesiedelten Unternehmen, welches zu diesem Streit geführt hatte, nicht angenommen werden. Angeblich würden diese Bewerbungen mit dem Hinweis zurückgeschickt werden, dass wegen der ablehnenden Haltung der Stadt Amorbach keine Amorbacher eingestellt würden. Vorerst jedenfalls. Wenn die Sache geklärt ist, könnten die Personen gerne erneut eine Bewerbung schicken! Schlußsatz (kein Zitat!): Über den Gang der Dinge können Sie sich bei ihren Stadträten und ihrem Bürgermeister informieren.
Dieses Gerücht wurde mir nun sowohl aus Amorbach, als auch aus Weilbach zugetragen und somit mehr oder minder auch bestätigt.

Nachtrag vom 8. Mai 2007: Heute berichtet die Bote vom Untermain darüber. Damit ist die Sache bestätigt. Dem Bürgermeister Schmitt liegen angeblich 15 solcher Bewerbungen vor.

Harte Bandagen im Kampf um das Gewerbegebiet also. Eine Tatsache die ich nicht gut finde, aber das war natürlich abzusehen. Einerseits gegen das Projekt sein und dann von den Arbeitsplätzen profitieren? Das geht nach Ansicht des Unternehmens nicht. Hoffentlich ist jetzt mit dem Verzicht auf eine Klage die Sache erledigt und auch Amorbacher bekommen dort einen Job. So sollte es ja schließlich sein. Der ganze Südlandkreis soll von diesem Projekt profitieren!

So und zum Abschluß noch eine Aufzählung von Fakten für alle spät eingestiegenden Leser!
(Aus dem ‘Pfarrbrief Weilbach-Weckbach und Mitteilungen der Gemeinde’ – 29.04-17-05.2007, S. 31 ff.)

Langsam füllt sich das Gewerbegebiet

Nach dem Spatenstich für die Erschließungsmaßnahmen wurde nun am 10. April der Grundstein für das geplante Logistikgebäude der Fa. CEPL gelegt.
Peter Papke, der käufmännische Leiter der Firma GSE Deutschland GmbH, Spezialist für schlüsselfertige Projekte, erklärt vor vielen geladenen Gästem, dass auf rund 28.000 Quadratmeter Fläche ein Logistikgebäude mit den Außenmaßen 171 azf 138 Meter und einer Höhe zwischen zehn und 18 Meter entstehe. In diesem gewaltigen Gebäude sollen run 50.000 Stellplätze für Paletten geschaffen werden. Die Büro und Sozialräume werden ca. 1.000 m² benötigen.
Die vorgefundenen schwierigen Bodenverhältnisse stellen für die Baufirmen eine große Herausforderung bei der Bodenplatte und dem Tragewerk dar. Die örtlichen Firmen für Betonarbeiten und Holzleimbau sind einem extra engen Terminplan unterworfen. (Anmerkung Haseler.de: Holzleimbau=Holz Hess, Termin: in etwa zwei Monaten soll alles fertig sein)
Mit der endültigen Baugenehmigung werde in den nächsten Tagen gerechnet. Bereits für September sei die erste Teilübergabe vorgesehen und im Oktober soll schon der Betrieb aufgenommen werden.
Birgit Schöne, die CEPL-Geschäftsführerin stellte die neue Firma als Logistikdienstleiter vor. Die Fa. wickle am hiesigen Standort die komplette Lagerlogistik und Kommissionierung in erste Linie die Logistik für den Kunden Coty ab.
CEPL sei froh, dass das neue Zentrum in der Nähe des bisherigen Standortes Michelstadt habe realisiert werden können. Dies sei ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit und zum Ausbau von Arbeitsplätzen in der Region. Sie betonte die gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Bernhard Kern und seiner Verwaltung.
Für Landrat Roland Schwing war es unstrittig, dasss es sich um ein Projekt der Superlative für den ganzen Landkreis handelt. Er erwähnte das Investitionsvolumen von 15 Mio. Euro und teilte mir, dass das Gebäude auch von einem Grünstreifen umgeben werde.
Als guten Grund für die Standortwahl gab er an, dass mit der Belegschaft in Michelstadt vereinbart worden war, einen neuen Standort im Umkreis von 20 Kilometern zu finden. Geplant sei auch eine neue Buslinie von Michelstadt und Weilbach.
Ein weiterer Faktoor für die Standortwahl sie die günstige Verehrsanbindung. Kritikern des Projekts müsse man deutlich machen, dass eine Kulturlandschaft nur erhalten werden könne, wenn die dafür erforderlichen Finanzmittel garantiert seien. Das Landratsamt habe schnell genehmigt um den Wirtschaftsstandort zu sichern. Bei einer Gesamtzahl von 160 sollen 90 Arbeitsplätze neu entstehen. Der Landrat sprach weiterhin von einer Bereicherung der Firmenlandschaft.
Bürgermeister Bernhard Kern erwähnte den gelungenen Startschuss für das Unternehmen in Weilbach. Es sei kaum vorstellbar, was hier in kürzester Zeit verwirklicht werde. Nach Fertigstellung soll das Unternehmen CEPL Weilbach GmbH heißen. Nicht nur die Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze sei zu begrüßen, sondern auch die herausragende wirtschaftliche Bedeutung für die Region. Kern erinnerte daran, dass Planung, Baukonzept, Ausschreibungen und Auftragsvergaben auch für Firmen der Region optimal verliefen. Er lobte Landrat Roland Schwing und die Mitarbeiter des Landratsamtes für den intensiven Einsatz für das Vorhaben.”

Soviel dazu.

Und nun noch ein Termin:

Bürgerversammlung soll Fragen klären

Amorbach. Zum Thema CEPL-Logistikzentrum hat die Stadt Amorbach eine Sonder-Bürgerversammlung anberaumt. Sie beginnt am Montag, 14. Mai, um 19 Uhr in der Volksschule in der Debonstraße. Dann will Bürgermeister Peter Schmitt das bisherige Vorgehen der Stadt erläutern. Interessierte Bürger bekommen Gelegenheit, selbst Fragen zu stellen.
(Bote vom Untermain, 5.5.07)

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