Der Hype um Helene Hegemann bekommt einen Knacks

Derzeit wird die 17 jährige Helene Hegemann für ihren (postmodernen?) Roman Axolotl Roadkill ja mächtig gelobt. Keine der relevanten Zeitungen (ZEIT, FAZ, SZ ect.) hat es sich nehmen lassen Hegemann zu bejubeln. Nun stürmt die Meldung durch das Netz, dass Hegemann etwas zu sehr “remixed” hat um ihren Roman zu verfassen. Nun ist ein Remix im Netz ja etwas völlig normales. Jeder Autor weiß natürlich, dass die eigenen Werke in gewisser Weise ein Remix sein werden. Postmodern könnte man sagen: Alles ist ein Zitat.
Trotzdem scheint es Hegemann doch etwas bunt getrieben zu haben. Die Gefühlskonserve zeichnet die Geschichte nach. Inzwischen haben sich Verlag und Hegemann natürlich entschuldigt (Statement bei Büchermarkt.de), übrigens sehr zügig. Der unbekannte Autor und Blogger Airen dessen Ideen sich Hegemann teilweise entlehnt hat, wird vermutlich so auch einige Bücher mehr verkaufen.

Nun wird vielfach von einem Anfängerfehler gesprochen und zudem von einem unachtsamen Verlag. Ich denke aber hier zeigt sich viel mehr. Solche Remixe gab es ja schon immer im Büchermarkt. Dank dem Internet wird das aber mit Sicherheit zunehmen. Ich bin mit sicher, dass dieser Fall nicht der Letzte sein wird. Irgendwann werden Verlage vermutlich jeden Satz eines Buches durch die Suchmaschinen laufen lassen… nur so zur Sicherheit.

Axolotl Roadkill
werde ich mir aber trotzdem kaufen. Und Strobo von Airen vielleicht auch.

Nachtrag:
Hegemann sagte der FAZ, sie kenne das Buch von Airen nicht, nur dessen Blog. Allerdings hat ihr Vater Carl Hegemann das Buch Strobo beim Verlag für seine Tochter bestellt. Das ist natürlich nicht so fein. (via deef)

(via netzpolitik.org)

2 Responses to “Der Hype um Helene Hegemann bekommt einen Knacks”


  1. 1 Peter Nathschläger

    Eigentlich schon fast tragisch, wenn der eigentliche schöpferisch Kreative nun zum Nutznieser seines eigenen Plagiators degradiert wird.

    Airen muss sich bei einer Diebin bedanken, weil sie sein Werk bekannt gemacht hat? Bitte wie erbärmlich selbstgerecht ist der deutsche Literaturbetrieb – das ist ja schon ein sich von sich selbst ernährender Moloch.

  2. 2 Robin

    Ist schon eine “tolle” Geschichte. Die Rechtfertigungen von Hegemann sehe ich auch sehr kritisch. Zwischen inspirieren lassen und copy&paste besteht für mich schon ein deutlicher Unterschied. Allerdings habe ich beide Romane noch nicht lesen können.
    Wie bei der letzten Sau die durch Dorf getrieben wurde – nämlich Payback von Schirrmacher – möchte ich mir hier meine eigene Meinung bilden. Bei Payback hatte ich nämlich das Gefühl, viele haben in der Mitte aufgehört zu lesen. Verständlich – aber nicht sinnvoll um eine Kritik zu schreiben :)

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