Braucht ein Bundestagskandidat einen Facebook-Account?

Während ich nach zwei Terminen (Neujahrsempfang meiner Marktgemeinde und Dreikönigstreffen der SPD im Südlandkreis) wieder nach Stuttgart gedüst bin, habe ich mir die Frage gestellt, ob ein Bundestagskandidat Facebook braucht.

Natürlich, bei Europakandidaten mag das mehr Sinn machen. Für Spitzenkandidaten sowieso. Der Internetwahlkampf von TSG wird sicher auch für den Bundestagswahlkampf prägend sein. Ich sehe es regelrecht vor mir, wie Steinmeier gerade das Twittern mit seinem Handy übt.. :)

Aber zurück zu meinem Bundestagskandidaten. Braucht ein Kandidat im ländlichen Raum das? Macht der Aufwand Sinn? Die Medien werden darauf nicht anspringen – unsere Regionalzeitungen ignorieren sowas eher. Eine Mobilisierungswelle verspreche ich mir davon ebenfall nicht. Genauso kann ich mir nicht vorstellen, dass daraufhin ein Run der Jungwähler einsetzt.
Ein SPD-Bürgermeisterkandidat hat das 2008 ja mal versucht und tatsächlich ein YouTube-Unterstützervideo online gestellt. Aber gezogen hat das Null. Das lag natürlich auch an der mangelnden Vernetzung der einzelnen Aktionen. Man muss natürlich wissen, wie virales Marketing funktioniert und welche Wekrzeuge es braucht.
Zudem muss man dann doch die Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen. Und natürlich muss man wissen, wofür man die knappen Helfer-Ressourchen einsetzt.

Momentan tendiere ich dazu einen (kleinen) Internetwahlkampf vorzuschlagen, der WKW-Account + WKW-Gruppe + normale Homepage beinhaltet. Twittern lohnt sich bei einem Bundestagskandidaten sicher nicht (“Bin gerade beim Geflügelzüchterverein, später dann Metzgerwettbewerb um die längste Rostbratwurst…”). Es ist nicht spannend genug und die Region ist zu klein um genügend Follower zu bekommen. Höchstens noch einen Wahlkampfblog. Aber das ist dann wieder nicht autentisch und nur Pressemitteilungen veröffentlichen ist auch blöd. Da kann ich auch einfach hier auf dem Blog ab und zu über den Kandidaten bloggen.

Es läuft halt doch wieder darauf raus: zwei Weinfeste am Tag, unzählige Bratwürste, Infostände, Plakate kleben und Veranstaltungen organisieren. Aber ich denke mal das ist auch gut so!

7 Responses to “Braucht ein Bundestagskandidat einen Facebook-Account?”


  1. 1 Christian S.

    Blog: machen.
    wkw: machen.
    studivz/meinvz: machen.
    Flickr: machen.
    Gruppen gründen und aktiv auf Freundessuche gehen: machen.
    Normale moderne Homepage: machen.

    Kostenaufwand: nicht der Rede wert.

    Die Wahl gewinnt man damit vielleicht nicht, aber vielleicht neue Mitstreiter und Mitglieder. :)

  2. 2 robin

    Blog: Muss er schreiben – will/kann er das?
    WkW: ok
    Studvz/meinvz: Das richtige Potential? Naja kann man mit WKW nebenher machen.

    Flickr: Lohnt das? Braucht auch Pflege. Kann man aber schön auf den Blog einbauen.

    Kosten: nicht der Rede wert, stimmt. Ein Hoch auf die ehrenamtlichen Juso-Bienen :)

    Mitarbeiterressourchen: Kostet viel Zeit und mindestens eine Person (in der Regel ICH) ist voll gebunden.

    Ich hab noch nie via Web Mitglieder gewonnen. Vielleicht liegt es an der Gegend, aber wenn ich zwei Kästen Bier in den Wald stell’ und ein Feuer anzünde, hab ich mehr Neumitglieder *hust* ;-)

  3. 3 Christian S.

    “Ich hab noch nie via Web Mitglieder gewonnen.”

    -> “Das war schon immer so”, “Das haben wir noch nie gemacht”, “Früher gings auch ohne das”, …
    :)

  4. 4 robin

    hehe
    Ich wollt nur mal von jemand das Gegenteil hören. Aber…

  5. 5 baranek

    Eine Erfahrung von mir zu den Bloginhalten. Was öfter vorkommt in Wahlkampfzeiten ist der Umstand, dass E-Mails mit Fragen kommen. Diese Mails werden ja auch meist beantwortet. Oder sollten/müssen es binne 24 Stunden.
    Diese Mails haben wir anonymisiert (sehr wichtig!!) und als Reihe im Blog veröffentlicht, natürlich mit den dazugehörigen Antowrten. Das war zum einen sehr gut, um neue E-mail-Anfragen anzuregen und zum anderen war man sehr nah dran an den Wählern und sich sehr sicher, nicht an denen”vorbeizukommunzieren”.
    Als Inhalte bieten sich auch Reden an, die gehalten werden. Oder Ausschnitte daraus. Oder mal eine aktuelle Stellungnahme zu einem Zeitungsartikel. So aufwändig ist das alles nicht…

  6. 6 Julian

    Zu behaupten, dass sich Engagement im Internet nicht lohnen würde, halte ich auf langfristige Sicht nicht für sonderlich klug. Was ist denn schlimm daran im eigenen Wahlkreis was neues zu probieren und in gewisser Weise eine Art Vorreiterrolle einzunehmen?

    Auch wenn die Aktivität in den sozialen Netzwerken vielleicht nicht sonderlich übermäßig ausfallen sollte, finde ich es wichtig einfach Präsenz zu zeigen. Das ist das A und O. Wie stark man dann weiter in die Materie einsteigt wird die Zeit zeigen. Aber bloggen und twittern tut doch keinem weh. Sich dagegen zu wehren ist doch Blödsinn.

  7. 7 robin

    Ich wehre mich nicht dagegen, ich wäge ab. Natürlich machen wir da viel. Ich verwahre mich nur einem “Wir gewinnen den Wahlkampf im Netz”-Hype. Deswegen denke ich hier ja öffentlich darüber nach :)

    Die Abwägung wieviel Ressourchen man in die Sache steckt, ist für mich einfach eine wichtige Sache. Klar, ich kann auch alles mal machen… Aber lieber nutzte ich nur ein paar Sachen und mache das richtig.

    Vorreiter sind wir übrigens eh. Ich will mich nur nicht verzetteln. Ob sich das Ganze wirklich lohnt, ist aber eine andere Frage. Man kann das wenig messen.
    Blogs bringen viel bei Zeitungslesern die nach dem Thema googeln. WKW bindet ein wenig die Leute. Usw.
    Das sich das Engagement gar nicht lohnt, habe ich ja nie behauptet. Dafür mache ich da auch etwas zuviel… :)

Leave a Reply




Blog Top Liste - by TopBlogs.de

kostenloser Counter