Ein kurzes, leicht gehässiges Lächeln konnte ich mir dann doch nicht verkneifen. Schadenfreude ist ja angeblich angebohren oder so. Deshalb habe ich mit Genuß die Demontage von Edmund Stoiber verfolgt. Aber inzwischen sehe ich seine Chancen wieder steigen. Vielleicht kämpft er sich heute und morgen doch durch! Da wäre ihm mein Respekt sicher. Allerdings nur für seinen uneingeschränkten Machtwillen.
Aber die letzten Tage ging es ja wirklich heiß her. Jetzt forderte doch tatsächlich die BayernSPD Neuwahlen! (Ketzer!) Der Gedanke ist natürlich absurd, aber endlich kommt die BayernSPD auch mal in die Bundespresse. Die Momentaufnahme(!) der ZDF-Umfrage vom Samstag macht schließlich sogar eine Koalition von SPD, Grünen und FDP möglich. Eine Regierung ohne CSU war letztmalig unter Wilhelm Hoegner (SPD) möglich und zwar 1954-57. Dann brach die CSU die BayernPartei (BP) aus der Koalition und schluckte sie anschließend.
Diese Chance wollen sich Franz Maget, Ludwig Stiegler und Florian Pronold also nicht entgehen lassen und schütten noch ein wenig Öl ins Feuer. Auf den ersten Blick könnte man denken: “Ok, ist doch blöd. Lieber hoffen, dass Stoiber dran bleib und dann 2008 eben so ein Ergebnis wie in der Umfrage einfährt.”
Aber die SPD in Bayern kennt solche Situationen ja schon. Als Stoiber ans Ruder kam, war die Lage ähnlich. Damals (1993) frohlockte die SPD schon, dann wurde Streibl abgesägt und Stoiber führte die CSU zum Sieg. Die CSU wird vermutlich wieder so handeln und im Sommer 2007 den Kandidaten austauschen. Die Umfragen werden sich stabilisieren und wieder wars nichts für die SPD. Daher die Breitseite auf Stoiber und die Forderung nach Neuwahlen. Würden sie das tatsächlich hinbekommen – was fast schon unmöglich ist, wären die Chancen jedenfalls besser. (Man braucht 1 Million Unterschriften um eine Auflösung des Landtages zu beantragen! Allerdings bleibt der Ministerpräsident im Amt, muss also selbst zurücktreten! Unrealistisch!)
Breitseiten gibt es aber auch aus der CSU selbst. Der Kreisverband Main-Spessart führte vergangenes Wochenende seine Klausur durch und zwar in Fürth. Wir erinnern uns, dies ist der Landkreis von Frau Pauli. Nun gab es schon vor dem Termin Stimmen die verschiedenes klarstellten: Pauli wurde vor der Spitzelaffäre eingeladen, Pauli wird nicht über Stoiber sprechen, die CSU MSP wird abstimmen über Stoibers Spitzenkandidatur.
Wie nun die Presse berichtet, war die Klausur voll. Voller Presseleute! Drei Kamerateams waren vor Ort. Pauli sprach kein Wort über Stoiber, aber die Anwesenden beschlossen mit einer Gegenstimmen, Stoiber nicht als Spitzenkandidaten zu wollen (Rebellen!).
[Quelle: Bote vom Untermain ]
Jetzt bin ich doch irgendwie gespannt, wie es weitergeht. Schafft es Stoiber die beiden Gesprächstermine am Montag zu überstehen? Glück und Herrmann werden schon einige deutliche Worte zu sagen haben. Vor allem weil Herrmann gerne selbst Chef werden würde. Und dann ab nach Kreuth zur Klausur und die Landtagsabgeordneten überzeugen. Dieser Punkt wird noch schwieriger… naja jedenfalls ist das alles spannender als die seichten Soaps im TV *g*
Nachtrag am Abend (18:12 Uhr):
Auf SPON gibt es jetzt ein Interview mit Florian Pronold zur Frage der Neuwahlen und den “Chancen” der SPD in Bayern.
Klaus Stuttmann zum Besuch von Stoiber in “Wildbad” Kreuth und dem PR Genie hinter den aktuellen Ereignissen.
1 Responses to “Stoiber-Showdown, CSU-MSP, BayernSPD usw…”
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