Twitterstory: Nachzügler WELT

Über die Berichterstattung zum Thema Twitter – Denver – Hubertus Heil habe ich ausführlich gebloggt und viele Bloggerkollegen ebenfalls.
Nun zieht die WELT noch mit einem Kommentar nach. Der Artikel legt den Fokus mehr darauf, dass Politiker scheinbar vom US-Internetwahlkampf lernen wollen und doch alles falsch machen. Natürlich wird Hubertus Heil besonders abgewatscht:

[...] und geradezu unter Überwältigungsschock steht SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, der auf twitter.com bloggt: „Ted Kennedy war super. Der Kracher war die Rede von Michelle Obama. Starke Frau.“

Typisch deutsch ist Heil zumal deshalb, weil er – wie die meisten Bundesbürger – nicht recht zu wissen scheint, wie Politik und Internet zu verbinden sind. Was er aus Denver schickt, schwankt zwischen Belanglosigkeiten – „Trinken noch ein Glas Wein mit dem deutschen Botschafter“ – und Phrasen: „Die Qualität demokratischer Politik misst sich an der Frage, ob sie es schafft, konkret das Leben der Menschen zu verbessern.”

(Eckige Klammer von mir)

Die Erkenntnisse aus dem Web-Wahlkampf von Obama hätten die deutschen Gäste alle nicht verstanden und schon gar nicht aufgenommen. So tappt Heil, laut WELT, in die “Plapperfalle”. Andere schreiben seltsame Erkenntnisse via Email.

Ein paar Worte zur “Plapperfalle”:
Ich würde einfach mal sagen, genau DAS ist der Sinn von Twitter. Statusmeldungen ZWITSCHERN. Das in 140 Zeichen kein Grundsatzreferat stecken dürfte wohl klar sein. Natürlich kann man sich über den Gehalt der Beiträge streiten, aber das hatten wir schon in den Kommentaren.
Aber warum soll die Meldung “Ich geh jetzt mit XYZ einen trinken” keine Meldung wert sein? Wie gesagt, es sind ja meist Statusmeldungen. Ob das die WELT verstanden hat?

Und zum Grundtenor des Artikels: Die deutschen Politiker sind natürlich nur wegen des Internetwahlkampfes nach Denver gekommen. Sie sind vorher nie auf Parteitage der Demokraten gefahren (Die WELT schreibt selbst, dass Bütikofer schon zum dritten Mal dort ist). Deswegen ist die Kritik, dass die Lernbegierigen nicht mit dem Wahlkampfteam von Obama sprechen, auch irgendwie komisch. Sie sind ja eben nicht nur wegen den Web-Wahlkampfes gekommen. Da hätte man auch CNN einschalten und zuhause bleiben können. Zudem ist Heil auch der Einzige, der irgendwie (abgesehen von Emails) sich vom Parteitag zu Wort meldet. Würden jetzt alle einen Blog betreiben und dies schlecht machen, wäre die Kritik berechtigt. So führt sie ins Leere.

Der Artikel ist ein klassischer Lückenfüller, der sich über die doofen deutschen Politiker lustig macht, die nach Denver gepilgert sind. Und das ist der einzige Punkt, der an diesem Artikel interessant ist. Was machen eigentlich die ganzen Politiker da? Darüber hätte ich gerne mehr gewußt.
Also all diese Politiker sind irgendwie doof, nur Heil ist noch doofer, denn er spielt mit den Neuen Medien und die Plapperfalle schnappt zu. Andererseits ist es die einzige Quelle, die berichtet, was die deutschen Politiker eigentlich da so machen in Denver!
In diesem Sinne… happy twittering!

(Quelle: WELT)

2 Response to “Twitterstory: Nachzügler WELT”


  1. 1 Christian S.

    Gestern war sogar noch zu lesen, dass Hubertus Heil auf twitter.de bloggt: http://twitpic.com/989k ;)

  1. 1 Hubertus Heil twittert - SPON und SZ dagegen » henningschuerig.de/blog

Leave a Reply




Blog Top Liste - by TopBlogs.de

kostenloser Counter