Monthly Archive for Dezember, 2009

Ein Dorfladen für Weilbach?

Die großen Supermärkte in der Umgebung haben schon lange kleine Lebensmittelläden in Weilbach verdrängt. Inzwischen finden sich in unserer kleinen Gemeinde noch zwei Bäcker, ein Metzger (Ortsrand), eine Getränkehandlung (Ortsrand), ein Schlecker-Markt, ein BioBauer-Direktverkauf, ein Zeitschriftenladen und ein Schuhladen. Eigentlich nicht schlecht und doch zu wenig.
Lebensmittel für den täglichen Bedarf sind so nur schwer für Weilbacher Bürger zu kaufen. Zumindest für ältere Mitbürger, die nicht mobil sind. Daher spielte die Gemeinde Weilbach schon länger mit dem Gedanken einen Dorfladen zu initiieren. Erste Gespräche mit einem Interessenten scheiterten, nun will die Gemeinde das Projekt selbst aufziehen.

Große Probleme bereiten dabei die Personalkosten. Also müssen diese durch Ehrenamtliche gedeckt werden. Selbst Teilzeitkräfte dürften hier vorerst keine Alternative sein. Außerdem muss man natürlich das Produktangebot nach den Bedürfnissen der Kunden gestalten und gleichzeitig den anderen Läden im Ort keine Konkurrenz machen. So könnte es durchaus zu Konflikten zwischen unserem Bio-Laden und Angeboten im Dorfladen kommen. Das müsste verhindert werden.

Als Standort ist die ehemalige Metzgerei Breunig in der Ortsmitte im Gespräch. Neben (verpackten) Lebensmitteln soll der Dorfladen eine Metzger und Bäckertheke besitzen. Stellt sich die Frage, ob einer der bestehenden Bäckerfilialen dort mit einzieht oder ob wir dann drei Bäckereien im Ort haben. Die dritte Bäckerei ging zuletzt ja wieder aus Weilbach weg, weil es sich nicht lohnte.

Soweit die Situation. Nun bin ich persönlich gegen den Betrieb eines Dorfladens durch die Gemeinde. Das gehört nicht zu den Aufgaben einer Gemeinde. Kommunale Daseinsvorsorge schön und gut, aber mit dem Betrieb durch die Gemeinde geht immer eine Inkaufnahme von Quersubventionen oder Zuschüssen einher. Daher befürworte ich die Bemühung der Gemeinde hier etwas in Gang zu setzen, nur möchte ich das am Ende eigentlich nicht in der Regie der Gemeinde sehen. Natürlich könnte man wohl einen Dorfladen als Teil des Kommunalunternehmens führen, aber ich bezweifle ob dies mit ehrenamtlichen Helfern auf Dauer funktionieren würde.

Ein Gedanke wäre hierbei die Gründung einer Genossenschaft. Wenn es wirklich so viel Bedarf unter den Bürgern gibt und auch genügend Helfer, so könnte man diese Bürger doch in einer Genossenschaft zusammenschließen. Jeder kann einen Anteil (50 Euro, 100 Euro, 500 Euro und mehr) kaufen und somit direkt seine Unterstützung zeigen. Eine kleine Anschubfinanzierung wäre dadurch jenseits der Gemeindekasse auch gegeben. Zudem könnte man in diesem Rahmen auch Aktionen gestalten: z.b. könnten Kinder durch (symbolische) Mithilfe kleine Anteile erhalten und so demonstrieren wie ein funktionierendes Gemeinwesen auf alle Bürger angewiesen ist.
Durch die Anteilnahme an einer Genossenschaft könnte womöglich der Faktor Ehrenamt etwas gestärkt werden. Wenn der Dorfladen Helfer braucht, dann wäre die dauerhafte Anteilnahme an diesem Geschäft sicher stärker, wenn die Bürger Mitglied der Genossenschaft sind. An spätere Gewinnausschüttungen denke ich hierbei allerdings (erstmal) nicht. Wichtig wäre jedoch eine möglichst starke Einbindung der ganzen Bürgerschaft und gewisse Anreize auch langfristig bei der Stange zu bleiben. Gleiches gilt natürlich auch für die Kunden. Anteilseigner werden hoffentlich nicht mehr so oft in den Supermärkten der Region einkaufen gehen, sondern im Ort bleiben.

Zudem sollte man dafür sorgen, dass möglichst keine Konkurrenz zwischen den örtlichen Läden entsteht. Die Getränke müsste dann folglich der örtliche Getränkehändler liefern, der Bioladen müsste seine Produkte auch im Dorfladen (oder nur dort?) anbieten usw. Nur wenn das Angebot an Produkten sinnvoll gefächert ist, kann der Laden auch ein echter Erfolg werden. Hierzu ist Zusammenarbeit nötig.

Interessante Infos hierzu bietet auch das Dorfladen-Netzwerk.

Warum ich das schreibe? Ich konnte zwar an der Bürgerversammlung nicht teilnehmen, bei der dieses Thema angesprochen wurde, aber ich habe mir nach Berichten und Erzählungen eben auch meine Gedanken zu diesem Thema gemacht und möchte diese kurz festhalten.

Lesehinweis: Über die Irrelevanz der SPD im Internet

Kleine Lesehinweis: Christian Soeder schreibt auf Rotstehtunsgut.de über die schlechte Internetperformance der BundesSPD.

Das sehe ich ähnlich. Aus sozialdemokratischer Sicht gibt es wirklich sehr wenige Neuerungen oder Projekte im Web 2.0
Ein Konzept, wie man Blogs, Mitgliederentscheide, internes Netzwerk und andere Medien verknüpfen könnte, fehlt komplett.

Ich hoffe wir können das ändern.

Anschlagsversuch und Nacktscanner

Nun ist die Debatte also doch noch zurück. Gerade noch im Jahr 2009 wird schnell noch nach schärferen Sicherheitsmaßnahmen gerufen. Die Nacktscanner sind dabei natürlich ein echtes Allheilmittel. Natürlich wird sich kein Terrorist davon abschrecken lassen. Wie sagte ein Experte gestern so schön: Der Nacktscanner kann gar nicht alle Sprengstoffarten am Körper identifizieren und außerdem kann man in jedem Duty-Free-Shop (hinter den Kontrollen) die Zutaten für einen Sprengstoffmix kaufen.
Es wäre somit sinnvoller ein paar Beamte mehr einzustellen und die Kontrollen allgemein zu verstärken.

Aber fühlen wir uns nicht alle viel besser, wenn wir durch die Nacktscanner gegangen sind? Nein? Dann sind Sie etwa auch so ein Datenschützer/Bürgerrechtler ect. Pah! So wird das nie was mit dem Überwachungs… äh Sicherheitsstaat.

Frohe Weihnachten und schöne Feiertage

Mehr gibt es da doch wohl nicht zu sagen :)

Bildungsstreik 2009: Bilanz

In der ZEIT wurde in einem kleinen Artikel, dessen Lektüre ich empfehle, Streikbilanz gezogen. Ich kann mich dieser Meinung nur anschließen. Gegenüber den Protesten der letzten Jahre war dieser Protest erfolgreich. Auch an der Universität Stuttgart gab es Zugeständnisse. Und das nach vier Wochen Besetzung. Inzwischen sind die Studenten aus dem Hörsaal ausgezogen und man erwartet die Umsetzung der Zusagen.
Darin hat der Kommentar dann auch wieder Recht. Sollte es nicht zu den Versprochenen Änderungen kommen, dürfte das Frustpotential ernorm sein und die nächsten Proteste nicht mehr so zart.

Dies&Das

Das Blog hier ist ja weiterhin im Halbschlaf. Ich bitte das zu entschuldigen. Momentan habe ich einfach keine Zeit. Außerdem plane ich einen Neustart des Blogs. Vermutlich wird das Blog ein wenig aufgespalten und thematisch fokusiert. Bisher war das Ganze hier ja eher ein Gemischtwarenladen mit Gerümpelkammer. Mal sehn, wie sich das entwickelt.
Aber das kann noch einige Tage dauern.

Unheimliche Ereignisse geschehen dieser Tage übrigens in meinem Wohnblock in Stuttgart. Dem Hort der Anonymität zum Trotz habe ich ein “Weihnachtspräsent” erhalten. Ich weiß nicht von wem, aber es hing eine kleine Lebkuchentüte an meiner Tür. Offensichtlich ein Dankeschön für das morgentliche Schneeschieben, welches ich spontan auf die zwei Meter Weg der Nachbarin ausgeweitet hatte. Zumindest fällt mir sonst niemand ein, der mir Lebkuchen schenken würde. Ich kenne ja sonst kaum jemanden auf unserem Gang. Außer die ältere Damen ein paar Wohnungen weiter. Aber dort lag dann wieder kein Schnee…
Jedenfalls war es ja sehr nett. Nur im ersten Augenblick überlegt man doch. Welchem Nachbarn war ich zu laut und habe nun nach seiner Ansicht einen mit Abführmittel getränkten Lebkuchen verdient ;-) ?

Im Saturn wurde ich heute beim Kauf einer 18+ DVD (Crank2) doch ernsthaft nach meinem Ausweis gefragt. Es lag sicherlich auch am Glühwein, den ich zuvor mit einigen Freunden konsumiert hatte, aber im ersten Moment wusste ich nicht, was die gute Frau an der Kasse von mir wollte. Ich war so zu sagen, nicht mehr an die Frage gewöhnt.
Ich musste dann wirklich meinen Ausweis zeigen, was mit dem Kommentar “Oh!” der guten Frau endete, die etwas kleiner in ihrem Sitz wurde. Nach dem Bezahlen habe ich mich für das Kompliment bedankt und habe noch gewitzelt, sie habe mit den Abend versüßt. Nun gut, immerhin war es ihr dann nicht mehr peinlich. Es sei ja teilweise so schwer das einzuschätzen.
Aber das führt mich zu dem Gedanken: Wenn Glühweinkonsum mich so viel jünger macht und ich die Anzahl der Glühwein-Krüge verrechne mit dem Lebensalter und dann … aber das lassen wir vielleicht lieber.

Und falls das mit diesem Examen nichts wird, bleibt uns Geisteswissenschaftlern immer noch die Karriere im Comedy-Bereich. Zumindest höre ich das in letzter Zeit immer wieder von Kommilitonen. Wobei ich mich natürlich frage, ob eine Pointe über die Erhabenheit, Goethe und die Ästhetik im Allgemeinen wirklich massentauglich ist. Da hilft wohl nicht einmal mehr der flachste aller Philosophenkalauer: “Kant? Ja nun, wenn wir Kant behandeln, sollten wir gleich auch den Mehr-Kant-ilismus betrachten.”
Ha Ha Ha … ja ich merkt schon. Flach.

In den nächsten Tagen vielleicht an dieser Stelle wieder gehaltvollere Beiträge…

Nachtrag:

Gehaltvoll? Endlich mal ein gehaltvoller Top1-Hit in England!

RATM auf Platz 1 in UK und das alles Dank Facebook-Aufruf.

Daher noch etwas Musik!

Calle 13 – Electro Movimiento

Gerade bei Jan gefunden. Wer Musikvideos mag, muss sich dieses Video anschauen. Crazy :)

Vorratsdatenspeicherung heute in Karlsruhe

Heute beginnt die Verhandlung in Karlsruhe gegen die Vorratsdatenspeicherung. Ich habe mich ja an der Massenklage beteiligt. Nun bin ich gespannt, was unsere Richter aus diesem Murksgesetz machen. Aber das wird ja nun einige Monate dauern.

Mehr Infos bei der ARD und beim Deutschlandfunk.

Gedankennotiz

Irgendwie finde ich den Satz: “Verteidigungsminister zu Guttenberg geht in die Offensive.” derzeit doppeldeutig.

Elakelaiset (?)

Ok, diese Band kannte ich ja auch noch nicht. Dank Jan kenne ich nun eine sehr spezielle Coverband :)




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