Die großen Supermärkte in der Umgebung haben schon lange kleine Lebensmittelläden in Weilbach verdrängt. Inzwischen finden sich in unserer kleinen Gemeinde noch zwei Bäcker, ein Metzger (Ortsrand), eine Getränkehandlung (Ortsrand), ein Schlecker-Markt, ein BioBauer-Direktverkauf, ein Zeitschriftenladen und ein Schuhladen. Eigentlich nicht schlecht und doch zu wenig.
Lebensmittel für den täglichen Bedarf sind so nur schwer für Weilbacher Bürger zu kaufen. Zumindest für ältere Mitbürger, die nicht mobil sind. Daher spielte die Gemeinde Weilbach schon länger mit dem Gedanken einen Dorfladen zu initiieren. Erste Gespräche mit einem Interessenten scheiterten, nun will die Gemeinde das Projekt selbst aufziehen.
Große Probleme bereiten dabei die Personalkosten. Also müssen diese durch Ehrenamtliche gedeckt werden. Selbst Teilzeitkräfte dürften hier vorerst keine Alternative sein. Außerdem muss man natürlich das Produktangebot nach den Bedürfnissen der Kunden gestalten und gleichzeitig den anderen Läden im Ort keine Konkurrenz machen. So könnte es durchaus zu Konflikten zwischen unserem Bio-Laden und Angeboten im Dorfladen kommen. Das müsste verhindert werden.
Als Standort ist die ehemalige Metzgerei Breunig in der Ortsmitte im Gespräch. Neben (verpackten) Lebensmitteln soll der Dorfladen eine Metzger und Bäckertheke besitzen. Stellt sich die Frage, ob einer der bestehenden Bäckerfilialen dort mit einzieht oder ob wir dann drei Bäckereien im Ort haben. Die dritte Bäckerei ging zuletzt ja wieder aus Weilbach weg, weil es sich nicht lohnte.
Soweit die Situation. Nun bin ich persönlich gegen den Betrieb eines Dorfladens durch die Gemeinde. Das gehört nicht zu den Aufgaben einer Gemeinde. Kommunale Daseinsvorsorge schön und gut, aber mit dem Betrieb durch die Gemeinde geht immer eine Inkaufnahme von Quersubventionen oder Zuschüssen einher. Daher befürworte ich die Bemühung der Gemeinde hier etwas in Gang zu setzen, nur möchte ich das am Ende eigentlich nicht in der Regie der Gemeinde sehen. Natürlich könnte man wohl einen Dorfladen als Teil des Kommunalunternehmens führen, aber ich bezweifle ob dies mit ehrenamtlichen Helfern auf Dauer funktionieren würde.
Ein Gedanke wäre hierbei die Gründung einer Genossenschaft. Wenn es wirklich so viel Bedarf unter den Bürgern gibt und auch genügend Helfer, so könnte man diese Bürger doch in einer Genossenschaft zusammenschließen. Jeder kann einen Anteil (50 Euro, 100 Euro, 500 Euro und mehr) kaufen und somit direkt seine Unterstützung zeigen. Eine kleine Anschubfinanzierung wäre dadurch jenseits der Gemeindekasse auch gegeben. Zudem könnte man in diesem Rahmen auch Aktionen gestalten: z.b. könnten Kinder durch (symbolische) Mithilfe kleine Anteile erhalten und so demonstrieren wie ein funktionierendes Gemeinwesen auf alle Bürger angewiesen ist.
Durch die Anteilnahme an einer Genossenschaft könnte womöglich der Faktor Ehrenamt etwas gestärkt werden. Wenn der Dorfladen Helfer braucht, dann wäre die dauerhafte Anteilnahme an diesem Geschäft sicher stärker, wenn die Bürger Mitglied der Genossenschaft sind. An spätere Gewinnausschüttungen denke ich hierbei allerdings (erstmal) nicht. Wichtig wäre jedoch eine möglichst starke Einbindung der ganzen Bürgerschaft und gewisse Anreize auch langfristig bei der Stange zu bleiben. Gleiches gilt natürlich auch für die Kunden. Anteilseigner werden hoffentlich nicht mehr so oft in den Supermärkten der Region einkaufen gehen, sondern im Ort bleiben.
Zudem sollte man dafür sorgen, dass möglichst keine Konkurrenz zwischen den örtlichen Läden entsteht. Die Getränke müsste dann folglich der örtliche Getränkehändler liefern, der Bioladen müsste seine Produkte auch im Dorfladen (oder nur dort?) anbieten usw. Nur wenn das Angebot an Produkten sinnvoll gefächert ist, kann der Laden auch ein echter Erfolg werden. Hierzu ist Zusammenarbeit nötig.
Interessante Infos hierzu bietet auch das Dorfladen-Netzwerk.
Warum ich das schreibe? Ich konnte zwar an der Bürgerversammlung nicht teilnehmen, bei der dieses Thema angesprochen wurde, aber ich habe mir nach Berichten und Erzählungen eben auch meine Gedanken zu diesem Thema gemacht und möchte diese kurz festhalten.
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