Oh, zu wenig Überraschungen, die “alten” Minister usw. usf.
Es war wirklich keine Überraschung ja, und zwar die Tatsache, dass die Medien nicht begeistert über das Team von Steinmeier sind. Gestern früh sagte ein Parteienforscher irgendwo im TV: “Die Medien wollen Sensationen, die Bürger in der Krise Kompetenz. Das ist ein Kompetenzteam, das gefällt den Medien natürlich nicht.”
Wie recht er doch haben sollte…
Mich nervt sowas nur. Die CDU gleitet auf einem Hauch von Nichts dahin (oder wusstet ihr wofür sie gerade wirbt, wer Minister werden soll und wie die Meinung von Merkel ist?) und die schreibende Zunft weidet sich weiter an der SPD…
Vor einiger Zeit wollte das Comedysternchen Markus Majowski Werbung für Angela Merkel machen. Mit einem kleinen Filmchen warb er für unserer Kanzlerin bei TeAM. Dieses Video brachte der Plattform der CDU so viel Häme ein, dass sie das Filmchen gleich wieder offline nahmen. Der CDU wurde das Video wohl zu sehr lächerlich gemacht.
Inzwischen gibt es einen Remix dieses Videos. Achtung: Es ist böse, ungerecht und hämisch. Warum? Es wurde mit einem Untertitel belegt, der sagt, was Markus Majowski wirklich meint. Das ist teilweise lustig, teilweise auch mal sehr platt. Jedenfalls kann man daran sehen, worauf man sich in Zukunft einlässt, wenn man im Web Wahlkampf betreibt. Einfache Beschimpfungen am Wahlkampfstand waren gestern, heute gibt es gleich ein Anti-Video…
P.S.
Ich hätte mich schon für das Original geschämt.
Ich habe lange überlegt, was man über die “Dienstwagen”-Affäre von Ulla Schmidt schreiben sollte. Das es wenig feinfühlig ist, wenn man den Dienstwagen nach Spanien kommen lässt? Dass sie es aber darf und die Kosten eben, wie üblich, selbst tragen muss? Man könnte sich auch zu dem Kommentar hinreißen lassen: Der SPD fällt derzeit alles auf die Füße, was nur möglich ist. Nichts läuft rund und Ulla Schmidt hat es geschafft den Wahlkampfstart engültig zu versauen…
Gerade erinnere ich mich aber auch an Anette Schavan. Ist die arme Frau nicht letztes Jahr mit der Bundeswehrbereitschaft nach Zürich geflogen? Richtig. War auch eine verdammt teure Angelegenheit. Der Aufschrei war gering, obwohl es wohl doppelt so teuer war, wie Ulla Schmidts “Ausflug”. Aber da war ja kein Wahlkampf und die Zeitungen haben das Sommerloch anderweitig gestopft. Eigentlich eine interessante Sache, wenn man solche Vorfälle mal vergleicht.
Das Gesetz war umstritten und wurde auch von CDU/FDP angelehnt. Die Sondersteuer auf Alkopops. Nach fünf Jahren scheint sich nun zu bestätigen: Die Steuer wirkt. Das Problem Alkopops ist verschwunden, die Jugendlichen weichen nicht einfach auf andere Getränke aus und wenn Jugendliche weiter Alkohol trinken, dann sind nun eher schwächere Biermixgetränke im Trend.
Damit zeigt sich auch: Steuern können steuern, also Nachfrage lenken und Einfluss nehmen. Das Angebot solcher Getränke ist schließlich auch zurückgegangen. In diesem Fall hat es also funktioniert.
Der “Hype” um die PIRATEN geht weiter. Auch wenn sich die Geschwindigkeit des Mitgliederzuwachses etwas verringert hat, erreicht die junge Parteit nun die Marke von 5000 Mitgliedern. Damit ist sie etwa auf Platz 14 der Mitgliederrangliste der Parteien. Immer noch haben auch andere Kleinstparteien mehr Mitglieder. Etwa die Tierschutzpartei, die ÖDP oder aber radikale Parteien wie NPD, REP und DVU. Sogar die Titanic-Partei “Die Partei” hat mehr Mitglieder. Trotzdem ist der Trend interessant. Die PIRATEN gewannen innerhalb von zwei Monaten knapp 3500 Mitglieder. Das ist beachtlich.
Ich könnte mir vorstellen, dass die PIRATEN auch noch einige der anderen kleinen Parteien überholen. Womöglich gelangt die PIRATENpartei bis 8000-9000 Mitglieder. Aber das wird vom Ergebnis bei der Bundestagswahl abhängen. Sollten die PIRATEN für ihre Maßstäbe Erfolge feiern können, dürfte dies den Zuwachs erneut verstärken.
Ich bin mal gespannt…
Es gibt wirklich viele Geschichten aus den Irren und Wirren des Universitätsalltages. Bekannter sind Geschichten, in denen Studenten verzweifelt ihren (Leistungs-)Scheinen hinterher laufen und die Dozenten diese nicht liefern. Da wurden Hausarbeiten oder Klausuren verlegt, Dozenten sind eine Weile einfach nicht erreichbar usw. Zum Ausgleich gibt es dann natürlich eine Vielzahl von Studenten, die ihre Hausarbeiten für ein Seminar von vor zwei Jahren kurz vor dem Examen abgeben und darum bitten, doch möglichst in zwei Tagen die Hausarbeit korrigiert zurückzubekommen. Von absurden uniinternen Kommunikationswegen, der Bürokratie und Änlichem schweige ich hier besser.
Heute ist mir allerdings etwas wirklich Schräges widerfahren. Ich hatte ein paar Dinge an der Uni zu erledigen und kämpfte mich daher von Sekretariat zu Sekretariat. Auf dem Gang traf ich dann irgendwo eine Bekannte, die auch als HiWi (studentische Hilfskräfte) arbeitet. Nach dem Austausch von einiger Neuigkeiten erzählt sie, dass sie gerade “Schein-Ausgabe-Dienst” hat. Zu festen Zeiten kann man bei den Hiwis Scheine abholen. Damit sollen Dozenten-Sprechstunden entlastet werden, wenn keine Nachbesprechung gewünscht wird oder nötig ist.
Irgendwann runzelt sie die Stirn und blickt mich an. “Hey, von dir liegt da auch noch ein Schein rum!”. Ich schüttelte den Kopf. Das konnte gar nicht sein. Gerade gestern hatte ich nämlich alle Scheine geordnet, gezählt und abgeheftet. Doch sie war sich ganz sicher und wir gingen in das Hiwi-Zimmer. Auf der Liste erschien tatsächlich mein Name. Und ja, es lag ein Schein für mich bereit.
Lösung des Rätsels: Ich hatte vor einigen Semestern ein Seminar besucht und die Klausur angeblich nicht bestanden. Zumindest wurde mir das gesagt (im Sekretariat). Aushänge mit Noten gab es nicht, der Lehrbeauftragte war nicht zu erreichen (auf meine Anfrage) und damit war dann die Sache für mich irgendwann erledigt. Offensichtlich hatte ich nicht bestanden – es lag ja kein Schein bereit. Also muss ich wohl oder übel nochmal ein Seminar besuchen.
Aber das war ein Irrtum. Der Dozent hatte offensichtlich nur sehr viel Gemütlichkeit in die Korrektur gelegt und sich auch sonst nicht gemeldet. Somit habe ich mich dieses Semester sinnfreier Weise durch ein Seminar gekämpft, welches eben diesen Schein erbringen sollte. Nun spare ich mir zumindest die Hausarbeit. Aber da habe ich dieses Semester ein richtig schweres Ersatzseminar besuchen müssen, mich durch zig Auflagen gekämpft und muss nun feststellen, dass es für die Katz war. Nunja, man lernt ja immer etwas dazu. Aber das ist schon eine schräge Geschichte. So unverhofft bin ich auch noch nie an einen Schein gekommen…
Die Grünen nur als freundlichen Partner zu betrachten, ist ein großer Fehler der SPD. Die Sozialdemokraten müssten viel deutlicher die Klingen mit der Ökopartei kreuzen.
Sozialdemokraten, gerade in Bayern, kennen die Situation nur zu gut. Dort die starke CSU, oft im bürgerlichen Bündnis mit Freien Wählern oder FDP und hier die SPD, Grünen und vielleicht noch die ÖDP. Lagerbildung im klassischen Sinne gibt es überall, auch in den Köpfen der Politiker. Man hat eben das Bedüfnis schnell zuzuordnen. Aus keinem anderen Grund entstehen in unserem Kopf schließlich Vorurteile. Natürlich gibt es auch zwischen den Parteien eines “Lagers” große Unterschiede. Dies mag man an den Lebenswelten, Milieus oder Programm festmachen. Der Unterschied ist jedenfalls vorhanden und in der Regel auch sichtbar.
Wenn man ihn denn sehen will! Continue reading ‘Die offene Flanke der SPD’
“Da Da Datenschutz” von Bundestag United spielt mit einem Klassiker und lustigen Ausschnitten von Schäuble. Ein wirklich klasse Song. Übrigens ein super Beispiel für die immer wieder angesprochenen remix-Inhalte im Internet, die vielen Musikkonzernen so Sorge machen.
Eine Liste mit weiteren Songs zu diesem Thema bietet der AK Vorrat. Und natürlich wird am Ende des Songs zu einer Demo aufgerufen. Neue Formen der Mobilisierung eben. 12. September, Berlin – Demo: Freiheit statt Angst!.
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