Wir habe ja im Raum Untermain eine kostenlose Sonntagszeitung. Generell besteht diese ja in der Regel aus 75% Anzeigen und ein paar Artikeln, vielen Fotos von Weinfesten und einer Umfrage. Selten ist etwas sinnvolles dabei, aber man blättert natürlich durch. Es gibt am Sonntag ja keine Zeitung.
Dieses Wochenende entdeckte ich in der “Prima Sonntag” einen Artikel. Zumindest wirkte es wie ein Artikel. Keine Kennzeichnung ect. Es handelte sich um den wichtigen Bericht, wie die derzeitige Miss Germany so schöne Beinde haben kann, obwohl sie bestimmte Strümpfe trägt. Oder, nein, gerade deswegen!? Vollkommen egal. Jedenfalls kam mir der Artikel sehr bekannt vor. Niggemeier, klingelte es bei mir. Die “Westfälische Zeitung” hatte nämlich einen ähnlichen Bericht geboten und vergessen, dass Miss Germany einen tollen Werbevertrag mit dem Strumpfhersteller hat. Und wie es der Teufel so will: Auch bei der Prima Sonntag sollte man einmal Pressemitteilung des Herstellers und den Artikel vergleichen (den es aber komischer Weise nicht online gibt – ein Schelm…). Erschienen ist das im Bereich “Wellness, Beauty und Gesundheit”, S. 6. Prima Sonntag, 1. August 2010.
Die BILD macht zwar daraus euch einen unnützen Bericht, weißt aber immerhin auf den Werbevertrag hin.
Sollte man sich darüber beschweren? Hat das überhaupt einen Wert?
Gestern durfte ich als Wahlhelfer die Briefwahl mit auszählen. 2/3 der abgegeben Stimmen waren für ein schärferes Rauchverbot. Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, warum dieses Verbot durch ging, aber die Wahlbeteiligung relativ niedrig war.
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Am Freitag fand in Marktheidenfeld im Hotel “Schöne Aussicht” die Bundeswahlkreiskonferenz der SPD Main-Spessart/Miltenberg statt. Zu Gast war Landesvorsitzender Florian Pronold um die Ergebnisse der großen Umfrage im Landesverband zu präsentieren. Vor einem dreiviertel Jahr war Pronold (und der Landesvorstand) unter dem Motto: “Wir können es besser” durch die Wahlkreise gezogen und hatte Vorschläge von der Basis aufgenommen. Nun kam er zurück. Im Gepäck hatte er die Pläne unter dem Titel: “Wir machen es besser”. Über eine Stunde lang stellte Pronold die Ergebnisse der Umfrage und vor allem deren Konsequenzen vor. Dabei konzentrierte er sich auf die Organisation des Landesverbandes und die Neuerungen, die der Lanesvorstand einführen will.
Natürlich gehe ich hier jetzt nicht ins Detail, aber ich muss sagen, dass ich äußerst zufrieden war. Da hat nicht nur jemand aufgepasst, sondern auch seine Hausaufgaben gemacht. Nicht umsonst sagten viele GenossInnen im Anschluss: “Endlich hat jemand mal unsere Vorschläge ernst genommen und aufgegriffen.”
Der Saal im Hotel war übrigens vollkommen überfüllt. Wir hatten eigentlich nur mit knapp der Hälfte der dann anwesenden Zuhörer gerechnet. Auch die große Anzahl an Jusos fiel nicht nur dem Landesvorsitzenden auf. Es wären ja noch mehr gewesen, hätte der Termin sich nicht mit einer Stufenfeier geschnitten, die viele Jusos “gebunden” hat (Ausschank, Aufbauen ect.). Und da muss man dann natürlich Prioritäten setzen.
Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Dies zeigten auch die drei Diskussionsrunden am “Ende” der Veranstaltung (die natürlich mehr als die Hälfte der Gesamtzeit einnahmen
). Ich habe selten so viel Zustimmung auf einer Parteiveranstaltung gehört. Den Weg, den Pronold und sein Team eingeschlagen haben, kann die BayernSPD wirklich stabilisieren. Bisher war ich da immer etwas skeptisch, dieses Mal hat mich der Landesvorsitzende überzeugt.
Direkt bei uns um die Ecke wurde der Pfarrer der Gemeinde Kirchzell seiner Ämter enthoben, wie die Bote vom Untermain auf ihrem Online-Auftritt berichtet. Vor zwei Wochen wohnte der Pfarrer noch der Einführung des neuen Pfarrers der Nachbargemeinden bei, jetzt wird der neue Pfarrer auch Kirchzell betreuen müssen.
Der 62-jährige Pfarrer gab zu in den 1990er Jahren sexuelle Kontakte zu einem 15 jährigen Mädchen (nicht aus Kirchzell – wurde wohl zur Beruhigung der Gemeinde angefügt, als ob es das besser machen würde) gehabt zu haben. Die Gemeinde scheint geschockt, wie man hört.
Der Zölibat ist wohl wirklich nicht mehr zeitgemäß. Auf die Hinweisen, dass es diese Art der Enthaltsamkeit erst seit dem 11. Jahrhundert gibt und nur deshalb, weil der Kirche die Versorgung des Nachwuchses zu teuer wurde, spare ich mir hier in aller Ausführlichkeit.
Und wenn wir schon bei meiner Heimatregion sind. Schon früher gab es ja immer die “Geschichten” (wie ich hörte) über Pfarrer und Haushälterin, über den netten Buben, dessen Mutter in besonders inniger Beziehung zur Kirche stand und überhaupt, der Begriff Zölibat scheint ja schon immer sehr flexibel ausgelegt worden zu sein. Inzwischen fordern so viele Menschen die Aufhebung, dass sich die Kirche hier vielleicht wirklich einigen Veränderungen unterziehen muss. Wie wäre es etwa mit einem Optionsmodell. Enthaltsamkeit und Eheverzicht muss nicht sein, darf aber? Geht das vom theologischen Standpunkt?
Kleiner Nachtrag: Ich habe mal den ‘Skandal’ in Anführungszeichen gesetzt.
Bei der ÖDP im Landkreis Miltenberg übernimmt Tobias Fengler das Ruder. So berichtet es die Bote vom Untermain. Die restlichen Posten interessieren mich nicht wirklich. Bedeutend ist am Ende noch, dass die ÖDP mit ihren zwei Kreisräten weiter für Schlagzeilen sorgen werden. Für eine gute Meldung waren sich Scholz und Frey bisher selten zu schade. Das ist natürlich völlig in Ordnung, zeigt es doch, wie man mit sehr wenigen Aktiven ein großes Presseecho erreichen kann. Auch die zwei Kreistagsposten gehen schließlich weit über die eigentliche Bedeutung der ÖDP im Landkreis hinaus. Eine geschickte Landratskandidatur, die Schwäche der KreisSPD (kein Landratskandidaten aufzustellen) ausnutzend, hat die ÖDP Liste damals befeuert. Hinzu kamen, wie gesagt ‘kreative’ Forderungen gegenüber der politischen Konkurrenz. Dagegen wirkt die direkte Konkurrenz von den Grünen blass und fast nicht präsent. Natürlich haben die Grünen mehr Ratssitze und Kreistagsmandate im Landkreis, aber wenn die ÖDP so weitermacht, läuft sie den Grünen den Rang noch ab. Die Themenauswahl des neuen ÖDP Vorsitzenden spricht hier Bände. Nichtraucherschutz-Volksbegehren, Atomausstieg, Radwegekonzepte, S-Bahn-Anschluss an Frankfurt, Ablehnung des Ausbaus der B469 usw.
Persönlich sehe ich ja einige Schnittpunkte mit der ÖDP, aber natürlich wäre es mir lieber, die SPD würde die Wähler dieser Splittergruppe im Kreis für sich erobern. Mal sehn, was die nächsten Monate bringen.
(Kommentar basiert auf einem Boten vom Untermain-Artikel vom 04.05.2010)
Ein wenig Genugtuung sei mir an dieser Stelle erlaubt. Google akzeptiert nun auch Sammellisten mit Einsprüchen von Anwohnern. Damit lässt sich natürlich viel einfacher arbeiten, wenn man etwas gegen Google Street View unternehmen will. Gerade ältere BürgerInnen haben es mit diesen Listen, die von den Gemeinden ausgelegt werden können, einfacher.
In Weckbach (Ortsteil meiner Gemeinde Weilbach) habe ich so eine Sammelliste bereits angelegt. Als ich im Oktober oder November letzten Jahres versuchte den Gemeinderat zu überzeugen, doch bitte über Google Street View zu informieren und solche Listen auszulegen, schlug mir eher Kopfschütteln entgegen. Wozu das denn? Erst nachdem wir mit den Jusos über die Presse und unser SPD Ortsblatt über die Vorgänge aufgeklärt hatten, änderte sich das. Überall im Landkreis wurde auf Bügerversammlungen nachgefragt (wie man in der Presse lesen konnte) – bis dato hatten die BürgerInnen nämlich einfach nichts davon mitbekommen. Auch habe ich für einige Nachbarn die “Einsprüche” übernommen.
Wurde mir im vergangenen Herbst noch von einem Freien Wähler beschieden, dass wir da ja gar nichts machen könnten, bin ich froh, dass wir Sozialdemokraten uns doch dem Thema angenommen haben. Die neuen Sammellisten erleichtern die Arbeit – sofern der Gemeinderat sie nun zulässt – aber der wichtigste Schritt war die Information der MitbürgerInnen. Und um das nochmal zu betonen: Ich hab nichts generell gegen Google Street View, aber ich sehe das ungefragte, massenhafte Ablichten schon kritisch. Und zudem war die Informationspolitik Googles einem Informationsdienstleister nicht wirklich würdig.
Nun – sehen wir was daraus wird. Es freut mich jedenfalls, dass sich in der Sache noch etwas bewegt.
Tja. Dieses Jahr hatten wir ja ein wenig Pech. Nachdem es um 9 Uhr noch gut aussah und sogar die Sonne zwischen den Wolken hevor kam, begann es dann kurz nach Beginn unseres Frühschoppens zu regnen. Von 11:30 bis 12:15 Uhr hat es richtig geschüttet. Unsere Kapelle konnte deswegen nicht aufspielen und die Besucher mussten sich unter die umliegenden Dächer flüchten.
Toll fand ich allerdings die Zähigkeit der Besucher. Einiger Rentner blieben sogar zuerst an den Tischen sitzen, linke Hand der aufgespannte Schirm, rechte Hand das Bier (“Das geht vorbei!”). Viele Gäste blieben auch unter den Dächern stehen und versorgten sich immer wieder mit neuem Bier. Von so ein wenig Regen liesen sich die Gäste nicht beeindrucken. Das war schon sehenswert.
Dieses Jahr war es dann wohl nichts mit “Wahlkampfkasse aufbessern”, aber zwei, drei Fässser Bier wurden trotzdem getrunken. Die Amorbacher SPD hatte für ihrer Mai-Feier besser vorgesorgt und einige Zelte aufgestellt. Sollten wir nächstes Jahr auch mal machen. Selbst wenn unsere Gäste auch gerne mal dem Regen trotzen.
Morgen ist es wieder soweit!
Die SPD Weilbach-Weckbach begrüßt den Tag der Arbeit mit ihrem traditionellen Frühschoppen am Brunnen. Für das leibliche Wohl ist natürlich gesorgt. Also vorbeischauen!
P.S.
Und in Amorbach könnte man im Anschluss bei der SPD Amorbach einen zweiten Stopp machen. Die SPD feiert dort an der Linde neben der kath. Kirche den 1.Mai.
Mit großer Trauer muss ich hier vermelden: Dieses Jahr fallen die Aprilscherze aus. Jedenfalls auf diesem Blog. Ich habe einfach keine Zeit. Und wenn, dann sollte es ja auch was richtig tolles sein. Eine Idee! Aber egal. Es gibt morgen ja genügend Schwerze.
Für die Region am Untermain tippe ich ja darauf, dass die Zeitungsmeldung “Kleinheubach wird Weinbaugebiet” ein schöner Scherz ist.
Ok, ich habe es vergessen. Normalerweise schreibe ich jedes Jahr kurz etwas zum Weilbacher Glockenmarkt. Tatsächlich suchten auch heute wieder einige Personen via Google nach Informationen und fanden leider nur Einträge von 2008 auf diesem Blog.
Natürlich findet der Markt auch dieses Jahr wieder statt. Am Vorabend des Glockenmarktes, also heute Abend, veranstalten die Vereine einen “Lichterzauber” mit vielen Fackeln, offenen Holzfeuern und bunten Scheinwerfern. Dazu spielt eine kälteresistente Band um den Besuchern einzuheizen. Am Abend gibt es verschiedene Leckereien, Weihnachtsschmuck und viel Glühwein. Den besten Glühwein kann sowohl heute als auch am Sonntag beim SPD Stand erwerben – ist ja klar. Dazu Kinderpunsch und Waffeln.
In 20 Minuten beginnt meine Abendschicht am Stand. Für Kurzentschlossene gilt also: Vielleicht sieht man sich ja dort. Ich stehe vermutlich am Spühlbecken des SPD Standes. Und ungemütlich kalt ist es heute ja auch nicht. Also vorbeischauen!
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