Vor Monaten hat die SPD Weilbach-Weckbach sich mit dem Thema Google Street View beschäftigt und auch im Gemeinderat dafür zu werben, diese Sache einzuschränken. Damals lies der Bürgermeister Kern verlauten, dass es hier keine Handhabe gebe. Das Landratsamt sah das wohl ähnlich.
Die SPD Weilbach-Weckbach hat trotzdem in ihrem Dezember-Heft kurz über die Sachlage informiert und die Reaktionen waren gerade in Weckbach äußert positiv. Mehrere Bürgerinnen und Bürger meldeten sich bei mir (bzw. bei meinen Eltern) um mehr Informationen zu erhalten (Ich weiß, einige Rückmeldungen stehen noch aus, aber das Examen belastet mich doch etwas.).
Inzwischen sieht die Bundesregierung und viele Kommunen die Sachlage ähnlich und man will Google zumindest Geld abknöpfen für die Fotos. Oder die Sache eben völlig verbieten.
Die WELT berichtet heute darüber und auch eine Google-Sprecherin meldet sich dort zu Wort.
Google wies die Kritik zurück. Für „Street View“ seien in Deutschland bereits seit mehr als einem Jahr im Einklang mit den Datenschutzbehörden Fotos aufgenommen worden. „Die Datenschützer haben uns gewisse Dinge mit auf den Weg gegeben“, sagte Google-Deutschland-Sprecherin Lena Wagner.
So würden Gesichter und Kennzeichen unkenntlich gemacht. Jeder Nutzer habe zudem die Möglichkeit, Widerspruch gegen Abbildungen seines Hauses einzulegen, die vor der Einführung entfernt werden sollen. Davon hätten bislang „einige Hundert“ Gebrauch gemacht.
(Quelle: WELT)
Den letzten Satz finde ich dann ja doch bemerkenswert. Ich habe ja vor einigen Monaten mal eine Anfrage zu Google geschickt, wie das “Löschen” vor sich geht und ob man auch eine ganze Straße löschen kann (als Service für die Nachbarn). Außerdem wollte ich unser Haus schonmal löschen lassen. Natürlich keine Reaktion, keine Bestätigung, NICHTS. Gehöre ich nun zu den “einigen Hundert” oder nicht?
Derzeit wird die 17 jährige Helene Hegemann für ihren (postmodernen?) Roman Axolotl Roadkill ja mächtig gelobt. Keine der relevanten Zeitungen (ZEIT, FAZ, SZ ect.) hat es sich nehmen lassen Hegemann zu bejubeln. Nun stürmt die Meldung durch das Netz, dass Hegemann etwas zu sehr “remixed” hat um ihren Roman zu verfassen. Nun ist ein Remix im Netz ja etwas völlig normales. Jeder Autor weiß natürlich, dass die eigenen Werke in gewisser Weise ein Remix sein werden. Postmodern könnte man sagen: Alles ist ein Zitat.
Trotzdem scheint es Hegemann doch etwas bunt getrieben zu haben. Die Gefühlskonserve zeichnet die Geschichte nach. Inzwischen haben sich Verlag und Hegemann natürlich entschuldigt (Statement bei Büchermarkt.de), übrigens sehr zügig. Der unbekannte Autor und Blogger Airen dessen Ideen sich Hegemann teilweise entlehnt hat, wird vermutlich so auch einige Bücher mehr verkaufen.
Nun wird vielfach von einem Anfängerfehler gesprochen und zudem von einem unachtsamen Verlag. Ich denke aber hier zeigt sich viel mehr. Solche Remixe gab es ja schon immer im Büchermarkt. Dank dem Internet wird das aber mit Sicherheit zunehmen. Ich bin mit sicher, dass dieser Fall nicht der Letzte sein wird. Irgendwann werden Verlage vermutlich jeden Satz eines Buches durch die Suchmaschinen laufen lassen… nur so zur Sicherheit.
Axolotl Roadkill
werde ich mir aber trotzdem kaufen. Und Strobo von Airen vielleicht auch.
Nachtrag:
Hegemann sagte der FAZ, sie kenne das Buch von Airen nicht, nur dessen Blog. Allerdings hat ihr Vater Carl Hegemann das Buch Strobo beim Verlag für seine Tochter bestellt. Das ist natürlich nicht so fein. (via deef)
Das liberale Sparbuch – ein echter Wahlkampfschlager – jedenfalls 2009. Inzwischen ist die FDP an der Macht und irgendwie hat man das Sparbuch vergessen. Vermutlich wurden die letzten Exemplare als Türstopper in der Parteizentrale eingesetzt.
Das Magazin Panorama ging der Sache noch einmal nach und zeigte einige der Meinungsumschwünge der Liberalen. Statt weniger Geld auszugeben, wird nun einfach mehr Geld ausgegeben. Das ist in der Summe aller Fälle schon sehr peinlich.
Weitere Informationen bietet auf das Blog von Panorama. Dort wurde inzwischen auch über eine Reaktion der FDP berichtet und außerdem einige Basis-Liberale zitiert. Lesenswert!
Das ist natürlich eine heftige Geschichte: Die Landtagspräsidentin von NRW will ihre Mitgliedbeiträge nicht an ihre Partei abführen. Die CDU ist darüber nicht begeistert. Wenige Monate vor der Landtagswahl reiht sich so eine weitere Negativschlagzeile in eine inzwischen längere Reihe von Skandälchen und größeren Pannen.
Das Blog “Wir in NRW” hat die Geschichte aufgeschrieben. Übrigens auch mit der Beschreibung wie Regina van Dinther zu ihrem heutigen Job gekommen ist. Alles sehr spannend und wirft doch ein unschönes Licht auf eine Person, die ihrer Partei lange Zeit nicht einmal einen Mindesbeitrag (60€ im Jahr) gönnen wollte.
Bei “Where I Write” findet man schöne Fotos von den Arbeitsplätzen bekannter (engl.) Autoren. Ein paar nette Einblicke sind dabei. Besonders gut gefallen mir ja die chaotischen Räume, die vollgestopft sind mit Büchern.
Spaßantrag? Ja, so etwas gibt es. Bei den Jusos jedenfalls.
Ich möchte diese kleine Tradition heute ein wenig erklären.
Wie man sich vorstellen kann, muss man in Parteien so genannte Anträge stellen um seine politischen Ziele durch die Gliederungen der Partei zu bekommen. Läuft alles gut, dann kann ein Antrag, der in einem Ortsverein oder einer Juso AG gestartet ist, sich über Kreis, Unterbezirk, Bezirk, Landesverband zum Bundesverband hocharbeiten und schließlich wird er umgesetzt. Das wäre natürlich der einfachste Weg. In der Realität führen viele Wege nach Rom – respektive Berlin. Zudem muss man immer wieder Änderungsanträge behandeln und so einen Konsens der Partei herstellen.
Auch die Jusos stellen auf ihren Konferenzen Anträge. Die Gliederungen sind genauso aufgeteilt wie bei der SPD und man kann Anträge auch “quer” verweisen. Auf den unteren Ebenen macht man das eher selten, aber etwa auf Bezirksebene werden viele Anträge auch auf den SPD Bezirksparteitag verwiesen.
Soviel zu den normalen Anträgen. Es gibt aber noch “Spaßanträge”. Diese Anträge dienen zur Erheiterung des Parteitages und der anwesenden Delegierten. (So etwas wird natürlich auf Bundesebene eher nicht gemacht, aber in den Gliederungen darunter). Man kann sich ja vorstellen, nach einem oder zwei Tagen harten “Kampf” um jedes Komma, jeden Satz sind die Delegierten etwas abgespannt. Daher ist es bei den Jusos Bayern (ich weiß gar nicht ob das in den anderen Landesverbänden auch so ist) gute alte Tradition am Ende der Landeskonferenz einen Spaßantrag aufzurufen. Das führt zu dann meist zu viel Heiterkeit, sinnfreien Redebeiträgen und Gegenreden usw. Man nimmt sich also nach all dem Stress ein wenig selbst auf die Schippe. Continue reading ‘Der Spaßantrag – Nacktscanner’
Das Thema Jugendräume wird die letzten Monate im Landkreis Miltenberg zu einem immer dringenderen Problem. Seitdem in der Kreisstadt Miltenberg die JUI geschlossen wurde, sieht es wirklich düster im Landkreis aus. Gerade im südlichen Teil des Landkreises gibt es eigentlich für Jugendliche gar keine Möglichkeiten mehr, sich irgendwo zu treffen.
Deshalb ist dies nicht nur ein Problem der Kreisstadt, der zwar als Zentrum eine besondere Aufgabe zukommt, sondern aller Kommunen. Continue reading ‘Jugendräume und Jugendarbeit im Kreis Miltenberg’
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