Exzellenzinitiative – Lehre spielte keine Rolle

In der ZEIT wird gerade über die vergangene Exzellenzinitiative berichtet. Forscher haben die Wirkung des Geldsegens erforscht und bewertet. Neben einigen positiven Effekten, stellten sie fest: Die Lehre spielt keine Rolle und wird dank der Exzellenzinitiative nun benachteiligt. Wissenschaftler, die völlig der Lehre entschwinden und nur noch forschen, sind nun viel häufiger anzutreffen.
Für die anstehende zweite Runde soll nun auch die Lehre mehr Gewicht erhalten. Hoffentlich!

NRW-CDU will Journalisten kriminalisieren

Wow. Ich muss an dieser Stelle mal kurz und bündig eine Lanze für das Blog “Wir in NRW” brechen. In letzter Zeit legte das Blog immer wieder Geschichten aus den Zirkeln der CDU auf und verhagelte so Rüttgers den Wahlkampfstart. Dabei spielten auch interne Emails der CDU-Zentrale und der Staatskanzlei eine Rolle. Diese wurden “Wir in NRW” zugespielt.
Das findet die CDU natürlich wenig lustig. Sie hat ein Dauerleck in der Partei. Da will sich wohl jemand an Rüttgers und Co. rächen. Gut, nun schaltet die CDU also die Staatsanwaltschaft ein – wegen Datenklau. Das ist soweit noch irgendwie verständlich. Schließlich müssen sie den “Schuldigen” ja finden, aber gleichzeitig versucht die CDU damit der Presse zu drohen. Ihr seit Kriminelle, wenn ihr diese Informationen verwertet. Das ist dann wirklich ein schlechter Witz. Wenn SZ, SPIEGEL, FAZ, ZEIT und Co. solche Informationen nie verwerten würden, gäbe es keinen Jounalismus mehr. Die Medienmacht der CDU (man braucht nur Freunde bei der WAZ-Gruppe ect.) funktioniert aber und so werden Blogs wie “Wir in NRW” plötzlich als Bösewichte dargestellt. Was für ein Schwachsinn. Diese Leute machen den Job, den viele Journalisten offensichtlich nicht mehr in der Lage sind zu tun.
Deshalb: Weiter so – auch wenn es das nächste Mal gegen meine Partei Veröffentlichungen geben sollte. Das muss man im Sinne einer Demokratie aushalten können.

Die Details zum Nachlesen bei “Wir in NRW Blog

Der Tag danach…

Überstanden! Vorbei! Erledigt!

Die schriftliche Magisterklausur wurde überlebt. Etwas Freude machte sich gleich beim Lesen der zwei Fragen breit. Wir (die unerschrockene Lerngruppe Utopien&Dystopien) hatten auf Wielands “Goldenen Spiegel” getippt und damit lagen wir genau richtig. Im Grunde hatten wir sogar schon einmal die Textstelle, die uns vorgelegt wurde, bearbeitet. Damit konnte man arbeiten. Vier Stunden hatten wir armen Magister Zeit (die Lehrämtler hatten fünf Stunden für die selbe Aufgabe) um etwas sinnvolles zu Papier zu bringen. Eine Mischung aus Analyse, Interpretation und Sekundärwissen. Also im Grunde ein Essay zu den zwei Fragen. Nach mehr als 15 Seiten war bei mir das Wissen aufgebraucht und es fühlte sich halbwegs “rund” an. Ich habe dann eine halbe Stunde vor Schluß abgegeben. Da ich mich kenne und eine Nachbearbeitung unter Druck keine gute Idee ist, habe ich die Zeit in diesem Sinne nicht genutzt. Man kann dabei einfach zu viel “verschlimmbessern”. Mit der Seitenzahl liege ich scheinbar halbwegs im Schnitt. Wenige haben mehr geschrieben, aber es kommt ja auf Qualität an, nicht auf Quantität. Daher kann es natürlich sein, dass jemand mit zehn Seiten Text eine glatte Eins bekommt und ich eine Drei. Allerdings denke ich mal, ich habe bestanden. So schlecht war es dann doch nicht. Ich hoffe auf Note Drei aufwärts.

Abschließend wurden erstmal einige Gläser Sekt vernichtet und wir warteten auf die Lehrämtler. Diese empfingen wir dann natürlich gebührend. Ein paar Kurze durften es dann auch sein. Immerhin haben wir alle in sechs Wochen mündliche Prüfung und mussten Platz auf der Festplatte schaffen. (Das ist natürlich nicht ganz ernst gemeint. :-) )
Gegen Abend besuchten dann eine kleine Truppe übriggebliebener den Kinofilm “13 Semester”. Irgendwie empfanden wir das als sehr passend! Allerdings waren die meisten Anwesenden mit höheren Semesterzahlen geschlagen – wenn auch nur durch Studiengangwechsel.
Heute mache ich eine Pause und morgen wird dann ganz wild weitergelernt. Sind ja nichtmal mehr sechs Wochen bis zur Prüfung. AAaaahhhh! :)

Morgen: Erste Hürde

So, nach Monaten des Lernes ist es also am 1. März soweit. Wir schreiben die Magister-Klausur (schriftl. Examen) in einem rustikalen Hörsaal und zittern anschließend sechs Wochen vor den Ergebnissen.

Ich habe mir das Thema “Utopien und Dystopien” gewählt. Die Leseliste umfasste 15 Titel zwischen 1725 und 1960. Von Schnabels “Insel Felsenburg” über Wielands “Goldenen Spiegel” hin zu Erst Jüngers “Heliopolis”, Werfel, Kubin, Döblin und schließlich Arno Schmidt (gleich drei Romane: “Kaff”, “Der schwarze Spiegel”, “Gelehrtenrepublik”).
Natürlich habe ich alle Titel gelesen, wobei ich feststellen musste, dass offensichtlich nicht alle Kandidaten die komplette Liste durcharbeiten. Das finde ich zwar zeitökonomisch, aber doch irgendwie schade. Natürlich kann man im Laufe von Kolloquien eingrenzen und Spekulationen anstellen.
Unsere Lerngruppe tippt auf Wielands “Goldenen Spiegel” (oder “Insel Felsenburg”), aber natürlich könnte auch Arno Schmidt gefragt sein. Davor bewahre uns Gott! :) Jeder der mal Schmidt gelesen hat, weiß warum ich das ausrufe.

Was genau die Aufgaben (wir haben zwei Fragen zu beantworten) sind, wissen wir natürlich nicht. Lustiger Weise schreibt man ja im Examen eine Erzahltextanalyse. Also Erzählebenen, Redesituation, Zeitkonstellation ect. müssen zerlegt werden. Natürlich “kennt” man den Text, schließlich haben wir alle Bücher gelesen, aber niemand wird ernsthaft alle Romane komplett analysiert haben. Würde auch keinerlei Sinn machen.
Zurück zum lustiger Weise: Diese Handgriffe der Erzähltextanalyse führt man zum letzten Mal im Grundstudium durch. Soll heißen, man hat das viele Jahre nicht mehr gemacht. Schon gar nicht in “Essay”-Form. Das hat man eigentlich noch nie gemacht. Ist natürlich irgendwie witzig, wenn man also über Dinge abgefragt wird, die man so selten bis gar nicht im Studium trainiert hat. Davon hängt dann die Note ab, denn die Leistungen IM Studium zählen ja nicht.
Die zweite Frage konzentriert sich anschließend eher auf die Fragen drumherum. Wie das genau aussehen wird, weiß niemand. Sowas hat man bisher auch höchst selten geschrieben. Man könnte sich zum Beispiel folgende Frage vorstellen: “Skizzieren sie die gattungstechnischen Unterschiede zwischen Utopie und Robinsonade” oder “Skizzieren sie die Entwicklung der Utopie.”.
So haben wir uns eben mal auf die Prüfung vorbereitet. Fragen gestellt, darüber diskutiert, auch mal ein paar Essays an exemplarischen Textstellen erprobt. Was will man auch sonst machen. Lediglich Sekundärliteratur lesen lohnt auch nicht. Irgendwann wiederholte sich doch alles immer wieder. Die Utopien sind eben doch recht schnell durchschritten.

Ich bin gespannt. Montag 9:00 bis 13:00 Uhr schlägt die Stunde .. nein, ok die Stunden der Wahrheit. Und dann sechs Wochen später ruft die Mündliche. Also Dienstag Pause, dann weiterbüffeln. Es warten sechs Themen.

So macht man Politik…

Das Einwickelpapier für Fisch mit den großen Buchstaben schreibt heute, dass die Grünen Käßmann in die Politik holen wollen.
Ok, denkt man sich da. Kann man ja mal fordern.
Dann schaut man bei Twitter vorbei und findet folgende Nachricht aus den Reihen der SPD:

UlrichKelber

BILD: “Grüne wollen Käsmann in Politik holen.” So macht BILD Schlagzeilen. Zuvor war ich gefragt worden, ob ich das für SPD fordern will #fb

So entstehen also Nachrichten. Fein.

Guido Möllemann

Ich habe schon vor ein paar Tagen bei einigen Westerwelle-Sätze so seltsame Erinnerungen gehabt. Ja, die Form der Debatte, die Westerwelle losgetreten hat, um von den Hotel-Steuersenkungen abzulenken, erinnert stark an 2002. Wie ähnlich sich die Debatten doch sind, hat die SZ schön nachgezeichnet. Das sollte man sich einmal durchlesen.

Ansonsten bleibt nur anzumerken: Guido Möllemann hat es geschafft. Niemand spricht mehr über die verkorkste Politik, die FDP (und CDU) gerade betreiben. Dass dabei ein paar “Opfer” auf der Strecke bleiben – wen juckt es. Die NRW-Wahl ist wichtiger.

Substanz statt Salami

Endlich! Die DFG stellt ihre Förderrichtlinien um. In Zukunft dürfen Forscher nur noch ihre fünf wichtigsten Werke angeben. Bisher kam es mehr auf die Quantität an und das verleitete zu Zweit- und Drittverwertungen von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Da aber nur so Geld für die Forschung zu bekommen war und natürlich mit der längeren Publikationsliste die Chancen auf eine Stelle stiegen, wuchsen die Aufsatzveröffentlichungen in den letzten Jahren stetig an.
Wohin das führt, kann ich gerade auch ein wenig bei meinem Examensthema beobachten. Irgendwann ist unsere Lerngruppe kurz vor dem Nervenzusammenbruch gewesen. Warum? Wir haben Tagungsbände, Forschungsüberblicke ect. durchforstet. Fazit: Alle schreiben tolle Aufsätze. Nur die Erkenntnisse – die neuen Erkenntnisse – sind äußerst dünn.
Inzwischen witzeln wir schon, es hätte genügt, zwei Monographien zu lesen und den Rest zu ignorieren. Besondere Abneigung ernteten bei mir übrigens die Anglisten, die sich mit dem Thema beschäftigten. Diese Artikel waren in summa besonders nichtssagend. (Natürlich ein rein subjektiver Eindruck!) Gestern habe ich versucht die wichtigen Elemente zur besseren Lernbarkeit aufzulisten. Das ging erstaunlich schnell. Ich bin ja froh, dass in der Examensklausur eh keine Zeit ist, dieses Thema ausführlich zu diskutieren. Was bringt es mir, endlose Listen von Wissenschaftlern anzulegen und ihre Meinungen zu lernen, wenn alle im Grunde nur bei ein oder zwei Wissenschaftlern abschreiben?
So – und nun wieder ab in die Uni-Bibliothek…

(Quelle: ZEIT)

Das Sponsorensystem der NRW-CDU

Ein schöner Skandal vor der NRW Wahl. Da bleibt Jürgen Rüttgers (der war mal Zukunftsminister) nur noch die Flucht nach vorn. Sein Generalsekretär, vor Monaten trotz aller Affären gestützt, wurde nun doch vor die Türe gesetzt. Das System der CDU in NRW um an Geld zu kommen, war dann doch aufgeflogen. Gespräche mit dem MP und den Ministern für eine “kleine Spende”. Das passt natürlich gar nicht in den Wahlkampf. Nur gewusst haben, will Rüttgers natürlich nichts. Falsch – sagt das Blog “Wir in NRW” und beschreibt das langjährige System der Geldbeschaffung. Pikant. Es liegt scheinbar ein Schreiben Rüttgers vor, dass seine Mitwisserschaft an diesem System bestätigt.
Das wird noch ein Spaß!

Wollt’ ich nur mal erwähnt haben…

… der Ring muss an die Hand.

Der Rest um diesen Handgriff ist in Arbeit und Planung.

Niedergang eines Magisterthemas

Ach, Mist!
Ich habe ja hier schon berichtet, dass ich mit dem Gedanken spielte, Axolotl Roadkill von Helene Hegemann in meiner Magisterarbeit zu behandeln. Ein großer Teil wäre natürlich die Abprüfung von Textbezügen und Zitaten gewesen.
Nun hat der Ullstein-Verlag eine schöne lange Liste der Quellen und Zitate an die 4. Auflage von A.R. geheftet und mir damit mein Thema irgendwie zerstört. Natürlich werde ich die Grundidee in anderer Form wohl weiterverfolgen, aber das finde ich doch mal schade.

Übrigens rechtfertigt die ZEIT im aktuellen Artikel die Montagetechnik Hegemanns gegenüber dem Copyright. Während der Wissensblog sich ja schon vor einer Weile gegen das Argument der Intertextualität verwehrt hat. Dem letzt genannten Autor neige ich auch eher zu. Ich habe ja schon viele Zitate und intertextuelle Verweise gelesen, aber was Hegemann teilweise treibt, geht einfach zu weit. Neben Sätzen, Motiven, Halbsätzen werden ja auch Plotstrukturen übernommen. Ich habe A.R. noch nicht fertig gelesen, aber ich habe inzwischen auch so einige Stellen gefunden, die ich “interessant” finde. Übrigens sind tatsächlich viele Hinweise auf die Montagetechnik im Text. Nicht bloß der “Ich hab das von so einem Blogger”-Satz. Aber ob das reicht?
Im Rahmen der Prüfung muss ich auch bei anderen Autoren solche Verweise abprüfen. Ich könnte hier Juli Zehs “Spieltrieb” nennen, der mit Intertextualität zu Musils “Mann ohne Eigenschaften” spielt. Auch hier gibt es verschiedene Ebenen. Für den unbedarften Leser werden einige Hinweise gegeben. Für den Kenner eröffnen sich dann weitere Motive (Die Eisheiligen/Das Wetter bei Spieltrieb), die an Musil angelehnt sind. So stelle ich mir eigentlich Intertextualität vor. Wenn ich aber keine Möglichkeit habe, das Zitat zu entdecken. Wo liegt dann der Sinn?
Aber das ist ein tolles Thema. Da wird noch viel diskutiert werden. Etwas wohlfeil finde ich die Argumentation des Feuilletons. Zuerst wurde A.R. für die Autenzität, für die mächtige Sprache gefeiert. Dann stellt sich heraus, gerade diese Aspekte wurden “zitiert”. Was folgt? Es wird die geniale Montagetechnik gefeiert und oft hat man den Eindruck, hier würde eine Rechtfertigung nachgeschoben, warum man das Buch noch hätte feiern können. Leise Anklänge, dass die Freunde und Bekannten der Familie Hegemann hier mächtig Werbung gemacht habe (wie im SWR2-Forum anklingt), werden wenig thematisiert. Die geniale Vermarktungsmaschine, die in Gang gesetzt wurde auch nicht. Schon gar nicht der Herdentrieb des Feuilletons.
Das Buch ist (so weit ich bisher gelesen habe) ein interessantes Werk. Aber der Rummel um die Sache herum ist eigentlich viel spannender.

STROBO wurde inzwischen von Ullstein übernommen. So kann man natürlich Probleme auch beheben. So etwas ähnliches habe ich schon erwartet. Damit verdient dann Ullstein ultimativ an dem ganzen Hype. Sehr klug.




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