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Dreikönigstreffen der SPD

Beim diesjährigen Dreikönigstreffen der SPD in Weilbach durfte ich zum zweiten Mal die Hauptrede halten. Dieses Jahr war es eher ein Referat zur Energiewende. Ich stellte als “Baustein” der Energiewende am Untermain einen Vorschlag vor, wie man die angedachte Energieagentur politisch legitimieren und kontrollieren kann.
Die Presse war anwesend und schrieb fleißig mit. Natürlich wird auf solchen Veranstaltungen auch gegen die Konkurrenz geholzt. So habe nicht nur ich mit Spott auf die Empörung der CSU vor Weihnachten reagiert (“Die Opposition trifft sich einfach zu Absprachen”). Neben dem Spott gab es natürlich eine halbe Stunde Sachinformationen und eine offene Diskussion im Anschluss.

Natürlich konzentrierte sich die Presse bereits in der Einleitung auf das “holzen”. Aber damit muss man leben. Leider schlichen sich zwei Fehler in die Berichterstattung ein, die ich korrigieren möchte.

Minimaler Fehler:
Ich bin nicht Juso Unterbezirksvorsitzender (das war ich bis Februar 2010). Inzwischen bin ich stellv. SPD Unterbezirksvorsitzender und naja eben stellv. Juso Unterbezirksvorsitzender. Kein Problem. Wer blickt bei den ganzen Posten schon durch.

Großer Fehler:

»Wir wollen bis 2021 die Energieversorgung zu 50 Prozent auf erneuerbare Energien umstellen und bis 2060 die Vision eines 100-prozentig energieautarken Landkreises erreichen«.

(zitiert aus dem Artikel der Boten vom Untermain, “Demokratische Energiewende statt Fürstenerlass”, 9. Jan 2011)

Gesagt habe ich und das stand auch auf der Powerpointfolie:

- 50%ige auf erneuerbare Energien basierenden Energieversorgung bis 2021

- Die Vision einer 100 %-Versorgung mit erneuerbaren Energien (Strom, Wärme, Verkehr) bis 2060, keine volle Autarkie

- Reduktion unseres CO2-Ausstosses um mindestens 40% gegenüber 2009 bis 2030

(Quelle: Folie des Vortrages)

Ausführlich ging ich auf den Halbsatz “keine volle Autarkie” ein. Das ist zwar technisch machbar, aber wegen unserer Industrie viel zu teuer. Es reicht völlig wenn wir bei größeren Lasten erneuerbare Energien aus anderen Landesteilen beziehen.
Das ist mir ein wichtiger Punkt, da es für die Umsetzung einen großen Unterschied bedeutet.

(Nachtrag: Die Bote vom Untermain hat heute eine kleine Korrektur gedruckt. Vielen Dank dafür.)

Ein Wulff kommt selten allein?

2011 wollte uns Herr Guttenberg für dumm verkaufen (und nimmt nun einen zweiten Anlauf)
2012 ist es also der Herr Wulff.

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein langer Kommentar zu den ganzen Vorfällen stehen. Aber ich will nicht mehr. Es bleibt festzuhalten, dass Herr Wulff nicht (nur) wegen seiner Verfehlungen in der Kritik steht, sondern insbesondere wegen seines Umgangs mit der Affäre. Das ist unwürdig. Er wird es nun versuchen auszusitzen und die BILD wird dagegen anschreiben.

Bis zum großen ARD/ZDF Interview wollte ich den Rücktritt Wulffs nicht. Nicht schon wieder ein Rücktritt, dachte ich mir. Nach dem Interview war ich fest davon überzeugt, dass so eine Person nicht in das Amt des Bundespräsidenten passt.
Er hat die Mitleidsnummer abgezogen, die Tränendrüse gedrückt und vermutlich auch einige Details bewusst ausgelassen.
Am Ende bleibt der Satz bei mir hängen, dass er so überraschend zum Bundespräsident gewählt worden sei.

Bei meinem nächsten Job fordere ich dann auch erstmal eine mehrjährige Einarbeitungszeit. Ich meine, wenn der Herr Wulff…

Jahresrückblick 2011

Andere Blogger haben den Rückblick 2011 bereits geliefert. Ich musste noch eine Weile überlegen. Was ist denn eigentlich geschehen? Gut, es gab natürlich einige wirklich wichtige Ereignisse, die man doch festhalten sollte. Aber der Reihe nach.

2011: Ende meines Studiums

Was lange währt … ist irgendwann dann doch vorbei. Im Mai 2011 gab ich meine Magisterarbeit ab. Die Mühen wurden mit einer schönen 1,3 belohnt. Mit den anderen Noten, die ich in Examensklausuren und mündlichen Prüfungen einsammelte, leuchtet nun auf meiner Urkunde “Magister Artium” mit SEHR GUT. Wer hätte das gedacht. Gestartet als Hauptschüler aus Amorbach. Ein wenig stolz darf man da sicher sein.

2011: Beginn meines Studiums

Hä? Genau. Noch bin ich nicht regulär eingeschrieben, aber ich werde nochmal studieren. Die Planungen laufen und die Gespräche auch. Ich werde mich an einer weiteren Herausforderung versuchen: der Promotion. Eine Doktorarbeit ist nun kein Pappenstiel und ein wenig Angst habe ich schon davor. Aber auf der anderen Seite muss das jetzt auch noch sein. So als Hauptschüler…

2011: Neuer Job

Habe ich Anfang 2011 noch an der Uni mein Unwesen getrieben und Erstsemester verdorben (“sowas von”!), leite ich nun die Offene Ganztagsschule an der Theresia Gerhardinger Realschule in Amorbach. Ich kann mich als Leiter bezeichnen, da ich die Quittungen sammle und Stundenzettel unterschreibe. Aber immerhin.
Damit habe ich natürlich auch meine Zelte zu 85% in Stuttgart abbrechen müssen. Ein wenig vermisst man die große kleine Stadt dann schon. Die Jungs und Mädels aus dem Studium, das Nachtleben, vielleicht auch manches Kulturangebot. Aber rund um Amorbach gibt es zm Glück auch genügend Angebote. Meine Freunde sind auch in der Nähe.
Zurück in der Heimat. So sieht’s aus.

2011: Politik

Die ganzen Aufreger im Jahr 2011 möchte ich gar nicht aufzählen. Belassen wir es dabei, dass ich trotz eingeschränkter Blogaktivität genügend Themen hatte um hier richtig “abzuhaten”, wie man so schön sagt. Da ich nun wieder zurück im Landkreis bin und hier auch arbeite, hat sich auch meine Aktivität in SPD Kreisen verstärkt. Hinzu kommt die Gemeinderatstätigkeit meiner Frau Christine, die sogar um den Posten des 2. Bürgermeisters in Weilbach kandidierte. Im Kreisverband der SPD habe ich mich um einige Impulse bemüht z.B. beim Thema Energie. So habe ich am neuen Energiekonzept mitgewirkt und andere Themen eingebracht. Der Unterbezirksparteitag, den ich wieder vom Präsidium aus mitleiten durfte, war ein Erfolg und auch sonst läuft es eigentlich ganz gut.
Für das 2012, soviel Ausblick muss sein, wird sich diese Arbeit noch verstärken.

2011: Familie
Nach einer traumhaften Hochzeit im Jahr 2010 und einer Hochzeitsreise in die Karibik (“immer noch wow!”) veränderte sich mein Leben im Jahr 2011 besonders grundlegend. Ich spare mir nun viele Worte: Ich wurde Vater. Töchterlein Helene ist quietsch(!)fidel und hält uns schön auf Trap.
Nur gute Nachrichten gab es dann aber doch nicht. Leider verstarb dann meine Großmutter Paula mit 96 Jahren im November. Die letzten drei Monate ihres Lebens hatte sie als Uroma die größte Freude. Hat sie doch sonst kaum noch jemanden erkannt. Doch wenn Helene kam, war sie wieder voll da.
Mit unserer Tochter wohnen wir jetzt in Weckbach (Ortsteil Weilbach) bei meinen Eltern im Haus. Nach dem großen Ausflug nach Stuttgart, dem Studium und dem ganzen Unsinn treiben (ja auch das), war das Jahr 2011 mit der Anknuft von Helene wohl auch für uns ein Jahr des Ankommens. Einzig durch die Promotion zieht es mich manchmal noch nach Stuttgart.

Ansonsten scheint das für mich fast ein perfektes Jahr gewesen zu sein. So zufrieden war ich vielleicht noch nie. Und ich finde das kann man auch schreiben. Uniabschluss mit Bestnote, Helene, zwei Vätermonate, dann sogleich ein Job bekommen, der mit Freude bereitet, nebenbei eine Promotion anstreben und sonst nur die kleinen Sorgen des Alltags. Was will man mehr?

Falls ich irgendwas besonders Wichtiges vergessen habe. Das ist das Alter.

Guten Rutsch!
Bis 2012.

Jahresabschlusserheiterung: “CSU und FDP ausgegrenzt”

Ein letztes Mal im Jahr 2011 möchte ich herzhaft über die politische Konkurrenz lachen. Nein, es geht nicht um den Geölten und seine Rückkehr, die Seehofer so herbeisehnt. Der hat jetzt kein Öl mehr im Haar und außerdem ist das eher zum Schreien. Die örtliche CSU reicht hier völlig.

Aus dem Jahresrückblick der CSU Miltenberg.

“Mit Verwunderung habe die CSU-Kreistagsfraktion daher zur Kenntnis genommen, dass sich regionale Abgeordnete und andere führende Vertreter der bayerischen Opposition (SPD, Freie Wähler, Grüne) mit dem SPD-Oberbürgermeister von Aschaffenburg trafen, wohl um strategische Vorentscheidungen zu treffen. Bewusst seien die Vertreter von CSU und FDP ausgegrenzt worden.
Damit werde die Frage der Energiewende auch auf regionaler Ebene auf eine parteipolitisch motivierte ideologische Schiene gebracht, die der Sache nicht dienlich sei, betonte Dietmar Andre. Die CSU-Kreistagsfraktion appelliere deshalb an alle Beteiligten, zur gemeinsamen Linie zurückzukehren.” (aus der Boten v. Untermain, heute)

Die gemeinsame Linie, also die Linie der CSU muss verteidigt werden. Alles andere ist eine parteipolitisch motivierte ideologische Schiene (was auch immer das sein soll). Bisher hat die CSU ja auch immer Rücksicht auf die Opposition im Kreistag genommen. Zusammen mit ihrer CSU-Tarnliste Neue Mitte hat sie sich immer bemüht die Opposition einzubinden. Der Landrats Schwing greift jede Initiative der Opposition beherzt auf und macht sie zu seiner Sache. Genau. Die CSU-Mehrheit hat in der Vergangenheit immer auf die Gemeinsamkeit gesetzt. Und nun wurden sie nicht eingeladen. Es ist ein Trauerspiel…

Was ein Bürgermeister unter einer “Andeutung” versteht

Das lustige an Gerüchten in kleinen Gemeinden ist ja, wie schnell sie sich verbreiten können. So hatte man schon länger immer wieder erfahren können, dass unser Bürgermeister Bernhard Kern im Jahr 2014 nochmal kandidieren will. Im Jahr 2010 äußerte sich Kern hierzu noch auf eine andere Weise. Nun fanden die Bürgerversammlungen 2011 in Weilbach und Weckbach statt und natürlich warteten viele Bürgerinnen und Bürger auch auf ein Wort des Bürgermeisters zu den Gerüchten. Sie wurden enttäuscht.

Einen Tag später erschien unser Pfarrbrief, der eine Beilage der Gemeinde enthält. Darin finden sich die wichtigsten Informationen der Gemeindeverwaltung und die Weihnachtswünsche des Bürgermeisters.

Ich zitiere einmal den wichtien Teil:

Gestatten Sie mir zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung in eigener Sache:

Nach bestimmten Ereignissen im Jahre 2010 habe ich anlässlich der damaligen Bürgerversammlung angedeutet (Hervorhebung R.H.), gegebenenfalls für eine nochmalige Wahl zum Ersten Bürgermeister nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

In vielen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern habe ich feststellen können, dass man meinen damals geäußerten Entschluss sehr bedauerte und mich bat für eine weitere Periode zur Verfügung zu stehen.
Ich habe in diesen Gesprächen sehr viel Wertschätzung erfahren dürfen, wofür ich mich ganz herzlich bedanken möchte.
Nachdem sich in meinem geschäftlichen Umfeld einiges zum Positiven gewendet hat und ich nach wie vor mit gleicher Freude und Begeisterung noch sehr viel Tatendrang verspüre, habe ich mich entschlossen, im Jahre 2014 nochmals für das Amt des Ersten Bürgermeisters zu kandidieren.
Ich weiß, dass ich damit dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger entgegengekommen bin und wollte Ihnen deshalb dies rechtzeitig mitteilen, auch um weitere Fragen diesbezüglich zu vermeiden.

Und nun möchte ich kurz in das Jahr 2010 zurückblicken:

Die größte Neuigkeit hatte sich Bürgermeister Bernhard Kern bis zum Schluss der Bürgerversammlung am Montag aufgehoben. Im Jahr 2014, so kündigte er den gut 30 Zuhörern im Gasthaus Schwanen an, ist für ihn Schluss. Er werde bei der nächsten Kommunalwahl nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters kandidieren.

Mehr als die Tatsache, dass der dann 62-Jährige nicht mehr antreten will, überraschten seine klaren Worte zur Begründung: Zwei Fraktionen hätten ihm den Entschluss »leicht gemacht«, sagte Kern. Es gebe derzeit keine Gemeinsamkeit im Gremium, statt dessen werde Klientelpolitik betrieben und die Konfrontation gesucht. »Für mich ist das keine ausreichende Grundlage weiter zu machen.«

Und ein abschließendes Zitat muss erlaubt sein:

“Das muss ich mir nicht mehr antun”, sagt Bernhard Kern und begründet seinen für 2014 angekündigten Abschied mit dem destruktiven Klima im Rat.

In den letzten zwölf Monaten muss sich also viel geändert haben. Als regelmäßiger Besucher des Gemeinderates kann ich das jetzt so nicht bestätigen, aber man weiß ja nie. Ich hoffe nur Bürgermeister Kern verpasst so nicht die Chance eines würdigen Abganges. Seine Erfolge sind schließlich unbestreitbar. Letztlich ist es jedoch bedenktlich, was Kern unter einer “Andeutung” zu verstehen scheint.

(Quelle: “Kern kündigt Abschied an“, In: Bote vom Untermain, 01.12.2010)

Purpur? Dann lieber Seniorennachmittag.

Der neue Look der SPD ist … pupur. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Da wechselt die SPD mal wieder die Agentur und schon verschwindet der dreieckige SPD-Würfel und die neue Hintergrundfarbe wird purpur. Hat da jemand in der Agentur zu viel Sandalenfilme gesehen? Auf dem Parteitag wirkt die Mischung aus purpur und rot schrecklich. Ich werde meine Internetseiten schon mal nicht auf diese Farbe umstellen. Das sitze ich aus.
Übrigens scheint der derzeitige Bundesparteitag der SPD ja einen richtigen Flash für die Partei zu bedeuten. Es sind so unglaublich viele Leute auf dem Parteitag (auch aus meinem Bekanntenkreis), da scheint sich viel zu bewegen. Während die Delegierten und Gäste also Sigmar Gabriel zujubelten und Anträge diskutieren, blieben den zu Hause gebliebenen nur die “üblichen Termine”.
Am Freitag habe ich mit der ganzen Familie das VdK-Weihnachtsessen besucht. Der Ortsverband Weilbach hat inzwischen 140+ Mitglieder. Das ist wirklich unglaublich. Dabei habe ich auch den neuen kommissarischen Kreisvorsitzenden des VdK getroffen. Ein Genosse aus Amorbach. Das freut natürlich auch. Während ich noch auf mein Schnitzel wartete, musste ich eigentlich schon eine Kneipe weiter sein. Dort traf sich die Interessengemeinschaft Gotthardsruine zu ihrer Gründung. Mit kleiner Verspätung stieß ich hier auch noch dazu und bin nun Mitglied.
Am Samstag fand in Weckbach das Weihnachtsfest der örtlichen Vereine statt. Ich war beeindruckt, wieviele Stände unser Dorf dort betrieben hat. Zudem war es trotz des Regens voll und die Stimmung war richtig gut. Noch vom Glühwein geschädigt erwartete uns am Sonntag der Seniorennachmittag/abend. In Sachen musikalischer Begleitung durfte mein Vater einspringen, der Kindergarten trug vier Lieder vor, es gab eine Andacht und natürlich Kaffe&Kuchen sowie später ein Vesper. Den Senioren hats gefallen. Wir waren als Helfer eingespannt, denn dieser Nachmittag wird von den Gemeinderäten aus Weckbach organisiert. Christine wurde dann auch bei dieser Gelegenheit als neue Weckbacher Gemeinderätin in die Dorfgemeinschaft aufgenommen. Quasi rituell :) Was es alles gibt…

Und 2013 wird er Ministerpräsident in Bayern

Alles nicht so schlimm. Der superreiche Baron Guttenberg zahlt für seine Vergehen 20.000€ an die deutsche Krebshilfe und das Strafverfahren wird eingestellt. Wenn der Angeklagte die Einstellung beantragt, ist das übrigens ein Schuldeingeständnis. Allerdings sieht es natürlich viel besser aus. Er hilft ja auch noch mit dem Geld. Mei, was für ein guter Mensch.

Nebenbei wird gerade das Comeback gestartet. Ein Auftritt in Canada, neues Outfit (weniger Pomade!) und ein Buch wird bald erscheinen. Bis 2013 hat er dann einen Heiligenschein und wird Ministerpräsident von Bayern.
“Ich könnt’ kotzen,” war ein sehr häufiger Kommentare auf Facebook zu diesem Thema. Gerade von Wissenschaftlern. Das ist auch kein Wunder. Der Ruf des Doktorgrades ist nachhaltig geschädigt, auch von Merkel und ihren Aussagen. Und da der feine Herr Baron sich mit seinem Geld ja aus der Schlinge ziehen konnte (20.000€ sind für ihn ja eine schlimme Summe. Schmerzlich!), ist das System Wissenschaft auch beschäfigt. “Sind ja alles eh nur Abschreiber…” (Quelle: Stammtisch).
Wenn das alles so einfach ist, dann wird meine Doktorarbeit (neben dem anspruchsvollen Beruf und meiner Familie) sicher auch ganz schnell fertig werden. Schließlich habe ich bereits das FAZ-Abo im Haus. Das geht jetzt fix…

Kleine Pause

Ja, es gab eine kleine Pause auf diesem Blog. Warum? Nun ersteinmal fand letzten Sonntag die Taufe meiner Tochter Helene statt. Ich glaube ohne die Mithilfe von Familie, Freunden und Nachbarn wären wir durchgedreht. Zwei Tage Aufbau, da wir nicht in eine Wirtschaft wollten, sondern in der eigenen Wohnung gefeiert haben und abgebaut wird eigentlich immer noch.
Eine Woche zuvor fand der SPD Unterbezirksparteitag statt und auch hier gab es viel zutun. Ohne auf die Details einzugehen, muss ich doch sagen, dass ich schon lange keinen so regen, diskussionsfreudigen Parteitag erlebt habe.
Am Ende bleibt dann noch die Arbeit, die es neben unzähligen SPD Veranstaltungen, Sitzungen etc. zu bewältigen gilt. Irgendwoher muss dann ja auch das Geld kommen. Aus unerfindlichen Gründen zahlt die SPD mir ja kein Geld :) Auch hier geht es am Ende nicht darum nur Kinder mal kurz zu bespaßen. Es eröffnen sich Probleme, die es mit den Eltern zu klären gilt und natürlich will man auch eine pädagogisch wertvolle Nachmittagsbetreuung leisten. Ohne meine Kollegin wäre ich da sicherlich aufgeschmissen. Aber bisher funktioniert das gut.

Vielleicht erscheinen in den nächsten Tagen neue Beiträge. Vorgenommen habe ich mir jedenfalls einen Beitrag über das AWO Integrationsprojekt in Erlenbach am Main. Auf der SPD Kreisvorstandssitzung am Montag wurden die Tätigkeiten des vergangenen Jahres präsentiert und ernteten offene Münder, was hier in einem Jahr alles geleistet wurde. Das wäre sicherlich einen Beitrag wert.

Nicht geschafft

Das war natürlich abzusehen. Die FW und CSU haben ihren Kandidaten durchgebracht. Drei Stimmen entfielen auf Christine Haseler, neun Stimmen bekam der Kandidat der Freien Wähler. Eine Stimme war ungültig (leer abgegeben) und zwei Räte fehlten (Krankheit/Arbeit).

Warum war es trotzdem gut, dass Christine kandidiert hat?
Die FW-Mann war ja kein natürlicher Kandidat. Der alte zweite Bürgermeister wurde ja wegen Unterschlagung (Veruntreuung?) von Vereinsgeldern gegangen bzw. er ist zurückgetreten und dann verzogen. Plötzlich musste also ein neuer zweiter Bürgermeister her. Die FW taten sich damit nicht leicht, immerhin hatten sie gerade ihren Spitzenmann verloren (und waren über dessen Umtriebe natürlich auch geschockt). Die CSU hat momentan nicht den Willen, das Interesse oder die Kraft weitere Kandidaten zu stellen. Impulse gehen von dieser Partei momentan in Weilbach auch nicht wirklich aus. Zudem bedeutet so ein Amt Arbeit und wer will sich das noch zusätzlich aufhalsen? Die Kandidatensuche war also nicht so einfach. Die SPD dagegen hatte eine qualifizierte Kandidatin, die willens war. Die Mehrheit der Räte hat sich diesem Vorschlag verschlossen. Eigentlich hat auch niemand die SPD gefragt, was sie vom FW-Kandidaten hält. Der wurde vorgestellt und es hieß: “Die CSU hat auch nichts dagegen”. Punktum. Mehrheit ist ja da.
Christine hat die Wahl also verloren. Das ist aber nicht schlimm. Die SPD hat gezeigt: Wir haben genügend Leute, die das könnten. Das war uns wichtig. Christine hat sich in Weilbach bekannter gemacht und wir zusammen mit den anderen SPD Gemeinderäten natürlich auch so weitere Impulse für die Marktgemeinde geben.

Christine Haseler kandidiert!

“Ich bewerbe mich um das Amt des zweiten Bürgermeisters,” sagte Christine Haseler auf der vergangenen SPD Sitzung.

“Wir sind in der unangenehmen Situation einen neuen zweiten Bürgermeister wählen zu müssen. Wir sollten aber nicht den Eindruck erwecken, wir gehen sofort zum Tagesgeschäft über. Zu einer Demokratie gehören Wahlen und auch die Möglichkeit der Auswahl. Bisher war dies bei nur einem Kandidaten nicht gegeben. Mit meiner Kandidatur möchte ich auch ein Signal an die Bürgerinnen und Bürger der Marktgemeinde Weilbach senden. Im Gemeinderat gibt es genügend qualifizierte Mitglieder, die willens sind, ihre Zeit für die Gemeinde einzusetzen. Wir sind in der Lage einen demokratischen Wettstreit zu führen und das kann inzwischen sicher nicht mehr jede Kommune von sich behaupten,” begründete Haseler ihre Kandidatur weiter.

Die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat sind ihr durchaus bewusst. “Davon lasse ich mich nicht beeindrucken. Die Gemeinderäte sind in ihrer Entscheidung frei und bisher wurde schließlich bei anderen Fraktionen auch immer die Freiheit ihrer Räte betont. Dies wird sicher auch bei dieser Wahl so sein.”

Zur Person:

Nach einem Studium an der FH Ludwigsburg und ihrer Ausbildung bei der Stadt Stuttgart arbeitet die 28 Jährige Diplom Verwaltungswirtin seit 2007 bei der Stadt Wörth am Main, 2010 rückte sie in den Marktgemeinderat nach. Christine Haseler trat im Jahr 2000 der SPD Jugend bei und wurde 2005 SPD Mitglied. Von 2009-2011 war sie Kreisvorsitzende der SPD Jugend im Landkreis Miltenberg. Daneben bekleidete sie verschiedene weitere Ämter in Parteigremien der SPD und ihrer Jugendorganisation.

Sie ist verheiratet, Mutter einer Tochter und wohnt in Weckbach.